—
——
13
von ihrem Gatten zu erhalten, der ihr dieſelbe ſobald als möglich durch irgend einen ganz zuverläſſigen Boten ver⸗ ſprochen hatte.
Denn faſt erlag ſie dem Bangen der Schwermuth und Einſamkeit. Zu dem Gram, mit welchem die allgemei⸗ nen ſchweren Schickſale ſie belaſteten, fügte ſich noch die äußerſte Beſorgniß um das geliebte Leben ihrer Tochter. Der Zuſtand des theuren Kindes war jetzt der nächſte bren⸗ nende Schmerz der Mutter.
Mit einem durch die äußerſte Seelenanſtrengung errun⸗ genen Aufſchwung ihrer gebrochenen Kräfte hatte Thekla Prag verlaſſen. In muthiger Selbſtbeſiegung trug ſie die Anſtrengungen der Flucht. Doch nach wenigen Tagen ſank ſie zuſammen. Sie fiel in einen ſieberhaften Zuſtand des Körpers und der Seele, der ihr nur in flüchtigen Augen⸗ blicken ein klares Bewußtſein ließ. Sie war meiſt in ſtille Schwermuth verſenkt. Der Verluſt des Geliebten hatte ihr Herz gebrochen. Die Standhaftigkeit, mit der ſie die erſte Schärfe des Schmerzes überwältigte und in ſich zurück⸗ drängte, hatte ihre Kraft deſto tiefer unterhöhlt.
Dieſer traurige Zuſtand Thekla's hatte Thurn genöthigt, ſich von den Seinigen zu trennen und den Aufenthalt auf dem feſten einſamen Schloß Kynaſt bei ſeinem Freunde und Anhänger ſeiner Partei, dem Grafen Ulrich Schafgotſch für die Frauen anzunehmen, während er ſelbſt, der Pflicht getreu, welche ihm die Sache auferlegte, für die er kämpfte, mit dem Grafen nach Breslau ging. Denn dorthin hatte ſich der unglückliche König Friedrich geflüchtet, um bei den daſelbſt verſammelten ſchleſiſchen Ständen Hülfe zu ſuchen für eine Fortſetzung des Kampfes, den er in Prag in faſ⸗ ſungsloſer Betäubung allzu leicht aufgegeben hatte.
Wie vielfach und lange Eliſabeth ſeit den letzten un⸗


