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der noch in voller Kraft und Fülle der Geſundheit war, plötzlich an einem heftigen Fieberanfall.“
„Nun? Und hat er den Mönch oder was er geweſen,
wiedergeſehen?“ fragte Wolf. „Das vermag ich nicht zu ſagen. Aber als er im Ster⸗ ben lag, redete er als ob er ihn an ſeinem Bett ſähe.“ „Pah! das waren Fieberträume!“ meinte Wolf. „Das war aber doch ein Signal“, fuhr Guntram
gleichzeitig auf und ſprang dem Fenſter zu.
Der Wind hatte ſich einen Augenblick gelegt, und man vernahm von der Brücke her ſtarke Hornſtöße.
Guntram riß das kleine Fenſter auf; da ſchallte es ver⸗ nehmlicher. Er griff nach ſeinem Horn, blies zum Fenſter hinaus, um das Zeichen zu geben, daß er gehört habe, und eilte dann aus dem Gemach, um auch nach der andern Seite des Thurms der Thorwacht im Hofe das Signal zu geben, daß Jemand an der Zugbrücke ſei.
Zweites Capitel.
Die Gräfin Thurn hatte in dieſer drangſalvollen Zeit mit ihrer Tochter eine Zuflucht auf dem Schloß Kynaſt bei dem Grafen Schafgotſch gefunden, während dieſer und Thurn ſelbſt ſich in Breslau befanden, wohin der un⸗ glückliche König Friedrich geflüchtet war. Schon den ganzen Nachmittag hatte Eliſabeth mit ſchwermuth⸗ voller Sehnſucht in dem Erker ihres Thurmgemachs ge⸗ ſeſſen und in die Landſchaft hinausgeblickt, ſoweit es der wirbelnd umtreibende Schnee zuließ. Sie hoffte Botſchaft


