Teil eines Werkes 
5. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Gott bewahre mich in Gnaden! Nein! rief Gun⸗ tram aus.

Du erzählſt das Alles aber ſo haarklein, als hätteſt du dabeigeſtanden, ſagte Wolf.Wer hat's denn mit an⸗ geſehen?

Niemand! ſprach der Alte geheimnißvoll.Ich war dazumal des ſeligen Herrn Grafen Büchſenſpanner. Mich und zwei Knappen hatte er mit auf der Jagd. Aber er hatte uns vorausgeſchickt, weil er drunten im Dorfe noch mit dem lutheriſchen Pfarrer ſprechen wollte, den er dort eingeſetzt hatte.

Und woher weißt du denn die ganze Geſchichte? fragte Wolf.

Wort für Wort aus des Grafen eigenem Munde, ihr könnt die alte Barbara fragen, die hat's auch gehört, antwortete Guntram.Der Herr Graf ging nämlich ſogleich, als er vom Pferd geſtiegen war, zur Frau Gräfin hinauf, die in dem Erkerthurm wohnte. Dicht daneben in der Kammer ſchlief unſer jetziger Herr Graf, damals noch ein Knäblein von fünf Jahren. Die Barbara hatte ihn eben zur Ruhe gebracht und ſaß an ſeinem Bett, wo er eingeſchlafen war. Ich kam von der andern Seite aus der Gewehrkammer, wo ich das Jagdzeug eingeräumt und aufgehängt hatte. Wie ich leiſe eintrat in die Kam⸗ mer, wo die Nachtlampe brannte, winkte mir die Barbara mit der Hand Stille zu. Ich dachte es ſei, um den Kna⸗ ben nicht zu wecken. Doch jetzt hörte ich im Nebengemach den Grafen zu der Frau Gräfin ſprechen. Die Thür war nur angelehnt. Wir verſtanden jedes Wort. Er erzählte ihr, was ich euch erzählt habe. Bis zu meinem letzten Tage werde ich nicht vergeſſen, was ich gehört habe! Denn am ſiebenten Tage darauf ſtarb der Herr Graf,