Teil eines Werkes 
5. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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nen ſträubten ſich. Der Graf brachte es mit allen Sporen⸗ ſtößen nicht einen Schritt vorwärts. Er ruft alſo die Geſtalt an:«er biſt du?»

Da ſagt der Mönch langſam:Wir haben uns ſchon geſehen! und wir ſehen uns wieder!» Darauf kreuzt er die Arme über der Bruſt, beugt ſich, wendet ſich um und tritt ins Gebüſch. Gerade beim Umwenden des Alten theilt ſich die Wolke vor dem Mond, und der helle Strahl trifft das Angeſicht der Geſtalt. Da erkennt der Graf ein Bild, das ihm im Traum erſchienen war und ihn gewarnt hatte, nicht lutheriſch zu werden! Es ſchauert ihm durch alle Glieder. Er ſtößt heftig dem Pferde die Sporen ein; jetzt gibt es nach und thut einen mächtigen Satz vorwärts. Der Graf eilt der Erſcheinung nach, ins Gebüſch; doch es iſt ſo dicht, daß er nicht hindurchkönn. In etlichen Galoppſätzen reitet er herum; aber von der andern Seite iſt Niemand zu ſehen. Der Berg ſenkt ſich ſteil ab; auf dem Schnee⸗ abhang, den der Mond hell beſchien, war auch nicht eine Spur von einem Menſchenfuß zu entdecken!

Der Erzähler und die Zuhörer ſaßen lautlos da.

Herr mein Heiland! rief plötzlich der Alte. Ein abermaliger Windſtoß ſauſte um den Thurm, daß die Mauern bebten. Alle Drei fuhren zuſammen.

Habt ihr gehört? Das war ein Stoß ins Horn? ſagte Guntram aufhorchend, während er am ganzen Leibe zitterte.

Nicht doch! meinte Wolf,der Windſtoß heulte ſo durch den Schlot!

Guntram lauſchte ungläubig fort, in der Beſorgniß ſeine Pflicht zu verabſäumen.

Biſt du denn bei der Erſcheinung zugegen geweſen? fragte Wolf.Und haſt du den Mönch auch geſehen?