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„Was ſoll das heißen, Alter? Iſt dir der.... Gott ſeibeiuns, zu nahe getreten?“ fragte Winfried.
„Verſündigt Euch nicht!— Es iſt nicht zum Scherz⸗ treiben“, antwortete Guntram und bekreuzte ſich abermals Stirn und Bruſt.
„Spukt's in deinem Hirn, Alter?“ rief Winfried ver⸗ wundert.„Ich weiß du biſt ein ſtrenger Katholik; aber jetzt eben ſind wir doch nicht in der Meſſe, daß du Kreuze ſchlägſt und Paternoſter ſeufzeſt!— Was iſt dir denn be⸗ gegnet!“
„Ich wollte ich wäre aus dieſem Schloß heraus; es wird für einen guten Chriſten immer ſchlimmer hier!“ ſeufzte Guntram.
„Oho! drückt's dich etwa, einem ſo guten Herrn zu dienen wie unſer Graf, weil er lutheriſch iſt?“ fragte Winfried etwas in Eifer.
„Laßt unſeren Grafen aus dem Spiele!“ fiel auch Wolf ernſt ein;„es ziemt ſich gar nicht für Euch, in ſolcher Art über ihn zu reden!“
„Es fällt mir ja gar nicht ein“, antwortete Guntram, „ungeziemend von unſerem Herrn zu ſprechen!“
„Du meinſt doch, es laſſe ſich hier im Schloß nicht länger aushalten!“
„Aber nicht wegen des Herrn Grafen. Gott ſchütze ihn!“ ſagte der Alte.„Er will mir nur nicht glauben, daß es nicht geheuer hier iſt. Und erſt in der vergangenen Nacht...“.
„Der Herr Graf iſt ja ſchon ſeit über acht Tagen in Breslau, was kann er von der vergangenen Nacht wiſſen?“ fiel Winfried halb ſpöttiſch dem Alten in die Rede.
„Es war zuvor auch ſchon nicht recht richtig, und damals habe ich's ihm geſagt,—— doch in verwichener Nacht....“


