Teil eines Werkes 
4. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

154

fiel ihnen mit verzweiſlungsvoller Kraft in die Arme. Sie ſchleuderten ſie zur Seite. Jetzt waren Alle verloren!

Da erſcholl eine Stimme, die das wilde Getümmel mäch⸗ tig überdröhnte.In die Hölle mit euch, ihr Hunde! und ein ſchmetternder Hieb ſpaltete dem einen der Soldaten den Schädel, den andern ſchleuderten zwei nervige Arme, die ihn von hinten an den Schultern packten, rückwärts auf den Boden.

Es war Kaspar Schwarz, der, wie aus der Erde gewachſen, die Rettung brachte.Wer will ſeinen Schädel noch daranſetzen, ſchrie er, ſprang vor den Eingang und ſein Schwert flammte wie ein zuckender Blitz. Ein Augen⸗ blick der Stille trat ein; lauter Trompetenſchall von der Gaſſe herauf unterbrach ſie. Die Angreifer ſtutzten!

Fort! Hinunter! ſchrie Kaspar gegen die Eindrin⸗ genden anſtürmend, und ſeine Schwerthiebe fielen wie Wetter⸗ ſchläge.Ich oder die Pappenheimer hauen euch in Stücke! Hündiſche Marodeurs!

Die Barbaren hörten ſeine Worte und draußen die Trompeten. Es war eine Abtheilung der Pappenheimi⸗ ſchen Küraſſiere, die Tilly zur Herſtellung der Ord⸗

nung und Mannszucht abgeſandt hatte. 3

Macht, daß ihr fortkommt! rief eine Stimme von unten. Die Angreifer wandten ſich und flüchteten. Kaspar drang ihnen noch nach, bis die Letzten auf der Treppe waren. Dann kehrte er um und ſchwankte ins Gemach. Er hielt die linke Hand gegen die Bruſt und ſtöhnte:Uf! und lehnte ſich erſchöpft gegen die Mauer.

kaver, Thereſe, Wolodna hatten ſich emporgerafft; noch waren ſie wie betäubt. Lippach war Hülfe leiſtend zu ihnen getreten. Als er ſie gerettet ſah, ſank er auf die Knie und betete:Dank dir, Allbarmherziger, das war deine Hülfe!

4