Teil eines Werkes 
4. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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ſie blutend vom Fenſter in die Straße hinabſtürzten. Nun war das Los geworfen! Das Blut ſtrömte, die Rache flammte! Brachen jetzt die Wüthenden ein, ſo war an keine Schonung, noch Rettung zu denken. Alle Martern, die teuf⸗ liſche Bosheit erſinnen kann, waren das Los der Beſiegten; im Kampfe den ſchnellen Tod zu finden, das einzige Glück.

Ein grauenvolles Geſchrei der Wuth erſcholl draußen, als die beiden Getroffenen zuſammenſtürzten! In einem Augen⸗ blick war die Rotte an allen Fenſtern zugleich hinaufgeklimmt.

Hier werden wir umringt, vertheidigt euch oben, rief kaver den Andern zu und ſtürzte, Thereſen fortreißend, hin⸗ aus die Stiege hinauf. Alle folgten in blinder Bewußt⸗ loſigkeit. Kaum hatten ſie die Thür des Gemachs hinter ſich zugeworfen, als das Eiſengitter krachend niederbrach und die Mordbande mit Wuthgeſchrei durchs Fenſter hinein⸗ ſtürzte.Feuer! Feuer! Mord! brüllten ſie durcheinander und ſtürmten durch die Thür in die Hausflur die Treppe hinauf. Oben, am engen Eingang, ſtanden Wolodna und kaver mit gezogenen Schwertern, bereit ihr und der Ihrigen Leben bis auf den letzten Blutstropfen zu ſchützen und es ſo theuer zu verkaufen als möglich. Mit Hellebarden und blanken Schwertern drangen die Stürmenden auf ſie ein. Es begann ein wüthendes Gefecht. Doch nur wenige Augen⸗ blicke dauerte es; die Uebermacht war zu groß. Drei wilde Koloſſe zugleich drangen ein; Wolodna wurde zurückgeſchleu⸗ dert, daß er rücklings auf den Boden ſtürzte, Xaver ſprang vor ihn, um ihn zu vertheidigen. Zwei Schwerthiebe zu⸗ gleich trafen ſein Haupt. Der eine zerſplitterte die Waffe ſelbſt, die er ſchützend vorhielt, der andere aber ſchmetterte ihm den Helm herab, daß er über den Boden rollte. Xaver ſelbſt taumelte halb betäubt zur Seite. Mit einem Angſt⸗ ſchrei warf ſich Thereſe zwiſchen ihn und die Angreifer und