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ja mit Eiſen vergittert, und dieſe Thür wollen wir ſo feſt verrammeln als möglich.— Wenigſtens müſſen wir unſer Leben theuer verkaufen!— Helft uns Alles heranſchleppen, was das Thor ſperren kann.“
„Im Hofe liegt Bauholz“, ſagte Lippach.
„Das werden wir brauchen können“, rief Wolodna und eilte ſogleich dahin. Die Frauen und Lippach folgten ihm. kaver gürtete ſich das Schwert, das er noch, wie er es im Herbeieilen haſtig ergriffen hatte, ſammt der Scheide in der Hand trug, um und zog es. So blieb er zurück und bewachte die Thür.
Die Tobenden draußen hatten keine Geräthſchaften, um ein ſo feſtes, eiſenbeſchlagenes Thor zu ſprengen; den Stö⸗ ßen mit Gewehrkolben und Schaften der Spieße wich es nicht. Doch lärmten die Angreifer fort, um die Bewohner durch die Angſt zum Oeffnen zu bringen. Sie ſchrien furchtbar und ſtießen Flüche und Drohungen aus. Einen Augenblick wurde es ſtill. Da trat Xaver entſchloſſen heran und rief hinaus:„Was wollt ihr? Dies iſt ein Haus des Friedens! Hier wohnt der Pfarrer der Kirche. Nie⸗ mand hat das Recht hier einzudringen!“
Wüthendes verworrenes Geſchrei, ſpaniſch und deutſch durcheinander, war die einzige Antwort auf ſeine Worte. „Aufgemacht!“ brüllten zehn Stimmen.„Aufgemacht oder Alles wird niedergehauen!“ riefen Andere.„Der Ketzer⸗ pfarrer an den Galgen!“ überſchrie Einer alle die Andern. Die Thür krachte in ihren Angeln von dem tobenden Andrang.
kaver ſann einen Augenblick nach, was er thun könne, um die Rotte vielleicht abzuſchrecken. Er faßte einen Ent⸗ ſchluß. Raſch öffnete er das kleine Auslugfenſter im Thür⸗ flügel und rief hinaus:„Der Erſte, der hier eindringt, iſt des Todes! Ihr ſollt es theuer bezahlen, dieſe Schwelle


