Teil eines Werkes 
4. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Einunddreißigſtes Capitel.

Der Sturmlauf auf Lippach's Haus hatte alle Be⸗ wohner mit tödtlichem Schrecken erfüllt. Xaver und Wo⸗ lodna waren kaum mit den in der Haſt ergriffenen Schwer⸗ tern in der Hausflur angelangt, als auch ſchon die Frauen angſtvoll die Treppe hinabeilten, um zu erfahren, was vorgehe.

Xaver! rief Thereſe, die zwar in höchſter Beſorgniß war, aber doch die Faſſung nicht verloren hatte,droht uns hier Gewalt?

Zurück, zurück! winkte und rief ihr dieſer entgegen. Hier wäre die nächſte Gefahr!

Ich theile ſie mit dir ich bleibe an deiner Seite! Ich habe Muth zu fallen! rief Thereſe ſtolz.Was wäre es denn auch werth, noch länger zu leben! ſetzte ſie ſchmerz erſchüttert hinzu.

Die donnernden Schläge der draußen tobenden Rotte an das Hausthor überdröhnten ihre Worte.

Die andern Frauen, Lippach's Gattin, Agathe, die noch von dem früheren Schrecken ganz kraftloſe Dienſtmagd, waren Thereſen gefolgt und umſtanden mit angſtvoll fragenden Blicken die Männer. Lippach kam jetzt ſelbſt herab; bleich, zitternd, doch mit der Faſſung, die ihm ſeine Frömmig⸗ keit gab.

Was Gott über uns verhängt, wir wollen es mit chriſtlichem Muthe ertragen! ſprach er.Doch Niemand ermißt jetzt die Tiefe der Schrecken, die uns drohen!

Wenn ſie nur nicht ſogleich eindringen, ſagte Xaver, ſo iſt noch Hoffnung. Die Fenſter des untern Stocks ſind

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