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der Altſtadt Reiterpatrouillen durch die Straßen ziehen. Die Zuſammenrottungen der Spanier waren verſchwunden. „Hm!“ dachte er,„der alte Griesgram der Tilly macht wol Ordnung!“— Es ſtieß ihm das Bedenken auf, daß
er in ſeiner ſelbſtgewählten Tracht vielleicht auch für einen
der Marodeure gehalten und verhaftet werden könnte, um ſich auszuweiſen.„Das wäre eine Teufelsgeſchichte“, dachte er. Er wollte auch nicht in Lippach's Haus zurück, weil es heller Vormittag war. Wo er aber den Abend ab⸗ warten ſollte, wenn es nicht mit Sicherheit im Umher⸗ kreuzen auf der Gaſſe geſchehen konnte, das wußte er nicht. „Hm!“ dachte er,„einmal wird's doch wol nicht gleich Unglück bringen, und morgen muß ich mich anders ein⸗ richten!“
Während er ſo mit ſich zu Rathe ging, ſchien der Pa⸗ trouillenführer aufmerkſam auf ihn zu werden. Drei Mann ſchwenkten ab und ritten auf ihn zu.„Alle Wetter“, dachte Kaspar,„nun wird's Zeit.“ Er ſah ſich nach einem Schlupfwinkel um, entdeckte ſeitwärts ein ganz ſchmales Gäßchen, ſchlüpfte hinein, lief was er laufen konnte, bog wieder in eine Seitengaſſe, dann in eine dritte, bis er für diesmal glücklich der Gefahr entgangen zu ſein ſchien, da er keinen Reiter hinter ſich hörte und auch vor ihm nichts Verdächtiges ſich wahrnehmen ließ. So verfolgte er denn
„ ſeinen Weg nach Hauſe ſo eilig und durch ſo abgelegene
Gaſſen als möglich.


