Teil eines Werkes 
4. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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zu betreten! Wir ſind genug, das Haus zu vertheidigen! Raſch ſchloß er das Fenſter wieder.

Die Wüthenden ſtutzten einen Augenblick. Endlich rief Einer.Was wollt ihr Umſtände machen? Werft Feuer in das Neſt!

Feuer, Feuer! erſcholl das Gebrüll draußen.

Wolodna, Lippach, Thereſe, Agathe, alle insgeſammt ſchleppten jetzt vom Hofe einen ſtarken Balken heran. Er ließ ſich quer vor das Thor legen; zwiſchen beiden Mauern der Hausflur eingeklemmt, verſperrte er es ſo feſt, daß das Aufſprengen mit gewöhnlichen Hülfsmitteln nicht möglich war. Die Thorflügel mußten zerſchmettert werden. Dies war ſelbſt mit Aexten nicht leicht, und auch dann blieb das Eindringen durch die Trümmer noch ſchwierig. Darauf vertraute Xaver.

Der Lärmen mit den Kolbenſchlägen ließ jetzt nach, da die Soldaten ſahen, daß ſie wol ihre Gewehre zerſchlugen, aber nicht das Thor. Dennoch wurden auf Xaver's Rath noch mehrere Balken herangeſchleppt, die theils über den erſten gelegt, theils gegengeſtemmt, die Abwehr noch verſtärkten.

Draußen wurde es auffallend ſtill. Es ſchien, daß die raubſüchtigen Soldaten ſich zurückgezogen hatten; doch ließ ein entfernteres Murmeln der Stimmen vermuthen, daß ſie Rath miteinander pflogen.

Gott wird uns über die ſchreckliche Stunde hinweg⸗ helfen, ſagte Lippach tröſtend zu den Frauen, deren Blicke ängſtlich an den Männern hingen.

Ich kann auch nicht denken, ſetzte Wolodna hinzu, daß dieſe mörderiſchen Gewaltthaten fortdauern dürfen mitten in der friedlichen Stadt!

Wenn ſie nicht von Denen ſelbſt hervorgerufen ſind, die ſie hindern können! ſagte Xaver mit Erbitterung.

Freilich ſind ſie herzempörend, wider allen Kriegs⸗

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