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von hinten her zu. Ihre Freundin Margarethe iſt im Kloſter bei den Urſulinerinnen. Das treue Mädchen gibt ſich für meine Tochter aus!“
„Denkt Ihr nicht bald freizukommen? Kann Euch Eure Tochter nicht beſuchen?“ fragte Kaspar halblaut.
„Nein!“ antwortete Rippell auf beides und trat dann zurück, da er ſah, daß die Gerichtsdiener ſich nach ihm um⸗ ſchauten.
„Nandel, komm, wir müſſen fort“, ſagte Jakob und faßte ſeinen Kameraden an die Schulter. Dieſer ſtreifte mit ihm an Kaspar vorbei und warf ihm einen wüthenden Blick zu. Doch ließ er ſich nicht weiter mit ihm ein, ſon⸗ dern eilte mit Jakob zu Rippell, den ſie durch die gegen⸗ überliegende Thür hinausführten.
Faſt gleichzeitig öffnete ſich die Eingangsthür, durch welche Kaspar gekommen war, und es drängten eine Menge Leute herein. Kaspar durchfuhr es plötzlich, als habe er auf eine Schlange getreten, da er unter den im Gedränge Hineingeſchobenen Zaloska's grinſende Züge erkannte, und dicht neben ihm den Pater Thyßka; Beiden leuchtete gif⸗ tige Freude aus den Augen.
„Donner und Teufel“, murmelte Kaspar vor ſich hin, „wenn du hier erkannt würdeſt— es wäre dein Letztes!— Und die Beiden ſehen aus, als hätten ſie eben beim Satan gefrühſtückt und ſich ganz ſelig geſoffen in ſacramentaliſchen Teufeleien!“
Er hatte nur ſo nach ihnen hinübergeſchielt und drängte ſich jetzt in die Menge, um ſich ihren Blicken zu entziehen. Es ſchoben ſich immer mehr Leute durch die Thür; Kaspar arbeitete ſich dahin, um womöglich den Ausgang zu ge⸗ winnen. So kam er den beiden Gefürchteten näher, aber hinter ihnen weg, ohne daß ſie ihn bemerkten. Nach einigen


