144
Augenblicken hatte das Gedränge ſich ſo geſchoben, daß Kaspar Leib an Leib dicht hinter ſeinen beiden furchtbaren Feinden ſtand, während ſie nicht ahnten, wie jedes ihrer Worte durch ihn belauſcht wurde. Kaum hatte er dieſe wichtige, aber aufs äußerſte gefährliche Stellung beſetzt, als die Thür nach der Treppe ſich abermals öffnete und zwei ſpaniſche Soldaten mit ihren Hellebarden eintraten. Hinter ihnen folgten einige Andere, die auf einer Bahre einen Mann trugen, der im Sterben zu ſein ſchien.
„Iſt er das?“ fragte Thyßka Zaloska leiſe.
„Ja, Herr Pater! Er hat ſein Theil weg!“ antwor⸗ tete dieſer.
„Der Ketzer verdient die Strafe; wenn er nur nicht ſtirbt“, erwiderte Thyßka flüſternd.
Kaspar ſchauderte. Der Unglückliche, den man herein⸗ trug, ſah aus wie von gräßlichen Qualen gefoltert. Seine Züge hatten ſich ganz verzerrt. Der Mund ſtand ihm halb offen und er ächzte vor Schmerz.„Was die Hunde nur mit dem armen Teufel angefangen haben?“ dachte Kaspar bei ſich, und die Torturanſtalten zu Regensburg ſchwebten ihm lebendig vor Augen. 3
„Bei Gott“, murmelte eine Stimme hinter ihm,„das iſt ja Herr Martin Frühwein!“
„Ich fürchte doch, er ſtirbt“, ſagte Thyßka leiſe.„Ihr habt es zu arg getrieben!“
„Nein, würdiger Herr Pater! Wir haben geſorgt, daß er nicht zu raſch davonkommt.— Es iſt ihm nur die Haut verbrannt!— Nur ein klein wenig Feuer mit der Lampe!“
Kaspar biß vor Grimm die Zähne zuſammen, als er dieſe Worte hörte.
Der ſchwer Stöhnende, dem die Hände überdies auf dem Rücken zuſammengeſchnürt waren, wurde vorüberge⸗


