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das ganze Rudel ſo treffen könnte!— Sie ſchlügen mich nieder wie einen Hund und ich könnte keinem guten Freunde mehr nützen.— Wiſſen die ſpaniſchen Hunde doch nicht, daß du ſie verſtehſt, ſonſt würden ſie ihre Zunge wahren!— Zum Teufel denn! Stopfe dir die Ohren zu und geh deines Weges!“
Dieſer führte ihn nach der Brücke und zum Schloß auf dem Hradſchin. Gewandt wie er war, hatte er ſich mit einem großen, verſiegelten Briefe verſehen, den er, als er an die Schloßwache kam, unter dem Mantel hervorzog und auffällig zur Schau trug. Es ließ ſich daraus entnehmen, was er für ein Geſchäft im Schloß habe, und er hoffte, damit der Nachfrage auszuweichen. Ungehindert ging er durchs Schloßthor und quer über den Hof hin. Er hatte die Pforte, wo es zum Verhörsſaal ging, genau ausge⸗ kundſchaftet und ſchritt ſo zuverläſſig hinein, daß der Thür⸗ hüter, der ihn anreden wollte, vor ſeinem barſchen Blicke ordentlich zurückfuhr und ihn als Einen, dem es an der Stirn geſchrieben ſtand, daß er Befugniß habe, hier ein⸗ und auszugehen, ungehindert paſſiren ließ. So gelangte er glücklich in den weiten Corridor, der das Ziel ſeiner Wanderung war. Den großen Brief, der ihm hier nichts mehr nützen konnte, ſchob er in die Manteltaſche und miſchte ſich unbefangen unter Alle, die dort in ihren Ge⸗ ſchäften hin und wieder gingen oder warteten. Die Aus⸗ gänge mehrerer Schreib⸗ und Arbeitsſtuben der Kanzlei lie⸗ fen hier hinaus, ſodaß Schreiber, Gerichtsdiener, Boten, Diener oben beſchäftigter Herren und allerlei Volk, das hierher beſchieden war oder ſich Beſcheid holen wollte, den Raum erfüllte. Auch einige Kriegsleute harrten droben; Kaspar's Anweſenheit hatte alſo nichts Befremdendes. Er ging abſichtlich mit unterſchlagenen Armen, in die Stirn


