Teil eines Werkes 
4. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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die Bürger! Alles iſt in Angſt und Schrecken auf der Straße!

Unruhig ſtanden Alle von ihren Plätzen auf.

Sie ſchreien, verbrennt die Ketzer! fuhr die Magd weinend fort,und ſtürmen Meiſter Duſſek's Haus.

Sie bebte ſo, daß ſie ſich nicht mehr auf den Füßen erhalten konnte, ſondern auf einen Stuhl niederſank, wo die Frauen ſie hülfreich umgaben.

Ich werde ſelbſt ſehen, was vorgeht, ſagte Lippach; bleibr ihr hier; zeigt euch ja nicht an den Fenſtern, bat er und ging in ſein Arbeitszimmer.

Von dort ſah er, daß ein Trupp von Kriegsleuten unter Lärmen und Geſchrei einige Männer wie gefangene Verbrecher fortſchleppte, während zugleich eine Rotte das gegenüberliegende Haus des Rathzimmermeiſters Duſſek mit wildem Getöſe umringte.

Xaver und Wolodna hatten es nicht über ſich vermocht, zurückzubleiben; ſie traten zu Lippach ein, hielten ſich aber ſo weit im Gemach zurück, daß ſie nicht durch die Fenſter geſehen werden konnten.

Gott im Himmel, das iſt der Meiſter Duſſek ſelbſt, den ſie fortführen! rief Lippach ihnen erſchreckt zu, als in dem lärmend vorbeiziehenden Schwarm einer der weg⸗ geſchleppten Männer ſichtbar wurde. Dem Unglücklichen waren die Hände auf den Rücken gebunden; Blut über⸗ ſtrömte ſein todtenbleiches Geſicht. Die Soldaten, die ihn forttrieben, ſtießen ihn umbarmherzig mit dem Schwertknauf gegen Kopf und Nacken und mit den Kolben in Seite und Rücken. Zweimal ſtürzte er zuſammen unter den ruchloſen Mishandlungen, doch die erbarmungsloſe Rotte riß ihn wieder empor und trieb ihn weiter. Mit Grauen ſahen Xaver und Wolodna was vorging.