132
„Bis auf die der Acht und der Verbannung aus der Heimat!“ ſagte Xaver ernſt;— er dachte an Thurn.
„Die Acht über die Führer war ſchon zuvor ausge⸗ ſprochen, als wir noch bewaffnete Gegner waren“, wandte Lippach ein,„und die Verbannung haben die Geflüchteten ſelbſt gewählt!— Vielleicht daß der Kaiſer durch ein Wort der Milde, jetzt, da er volle Gewalt in Händen hat, die verfügte Strafe widerruft und den Geflüchteten die Rück⸗ kehr geſtattet!“
„Wenn er es ſprechen wollte, er hätte es ſchon ſpre⸗ Gen köͤnnen!“ meinte Xaver ungläubig.
„Uns bleibt doch die Hoffnung“, war Lippach's Ant⸗ wort.— Doch er glaubte ſelbſt nur halb.
„Wenn die Milde walten ſollte, weshalb die ſtrenge Beaufſichtigung ſo Vieler?“ fragte Aaver, nachdem eine lange Stille ängſtlich geherrſcht hatte.„Kaspar Schwarz hat mir geſtern erzählt, daß auch vor des alten Caplicz von Sulewicz' Hauſe zwei Schildwachen ſtehen und er es nicht verlaſſen darf.“
„Er darf; allein nur in Begleitung eines Soldaten“, Afwortele Lippach.
„So iſt er doch ein Gefangener. Und weshalb, wenn man ihn nicht zur Verantwortung ziehen wollte?“
„Gegen die Directoren ſoll allerdings eine Unterſuchung geführt werden; ſie ſollen ſich wegen einiger Beſchlüſſe ver⸗ antworten!“ gab Lippach zu.
„Ich beſorge, nicht die Directoren allein, ſondern gauch die Stände!“ meinte Xaver.
Ein haſtiges Oeffnen der Thür durch die Magd des Hauſes unterbrach dieſes Geſpräch. Zitternd am ganzen Körper berichtete ſie:„Ach, Herr Pfarrer, die ſpaniſchen Soldaten brechen in die Häuſer ein und mishandeln


