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Thereſe war dem unglücklichen Mädchen die wärmſte Freundin geworden. Stets hatte ſie ein Zeichen der Liebe, ein Wort des Troſtes für ſie. Auch jetzt ging ſie der Eintretenden theilnehmend entgegen, nahm ſie bei der Hand und ſagte:„Du wirſt gewiß heut eine beruhigende Bot⸗ ſchaft erhalten. Kaspar Schwarz iſt ſo geſchickt als treu. Er wird Deinen Auftrag zuverläſſig vollbringen.“
Agathe dankte nur durch einen ſanften Händedruck.
Lippach trat ein. Er begrüßte Alle mit liebreichem Ernſt. Nachdem ſie ſtehend ihre Plätze um den Tiſch eingenommen, trat er, der häuslichen Sitte gemäß, an das obere Ende deſſelben und faltete die Hände zum Gebet. Er ſprach nur die Worte:„Unſer täglich Brot, o Herr, gib uns heute; nimm uns in deinen Schutz und ſegne uns durch deinen Frieden.“
Ein leiſes Schluchzen unterbrach die tiefe Stille, welche dem Gebet folgte. Ein Zeder empfand in der drangvollen Zeit, welch eine Wohlthat die Erfüllung dieſer Bitte ſei. Das tägliche Brot, Sicherheit und Frieden!
Lippach ſetzte ſich; die Andern folgten.— Düſtre Ah⸗ nungen lagerten drohend über den Verfolgten.
Lippach verſuchte ein tröſtliches, Hoffnung weckendes Ge⸗ ſpräch:„Wir leben in harter Zeit“, ſagte er,„allein ich denke, meine Freunde, wir haben das Schwerſte über⸗ ſtanden. Unſere Hoffnungen für Böhmens Zukunft ſind freilich völlig geſunken; doch waren ſie es nicht ſchon vor dieſer Entſcheidung? Konnten unſere Herzen freudig ſein bei den Zuſtänden, in welchen wir lebten? Wir waren rings her bedroht durch Uebel im Innern und von außen her. Jetzt hat ſich's entſchieden, und nun, ſo hoffe ich, wird die Milde des Siegers uns eine beſſere Zukunft bereiten als vielleicht der lange Kampf! Es iſt doch noch keine Strafe oder Rache an einem der Unſeren geübt worden!“


