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„Gefahr hin, Gefahr her für mich, Herr Pfarrer! Was iſt an mir gelegen? Ich habe meine langen Jahre hin⸗ durch unnütze und böſe Streiche gemacht; wenn ich nun etliche Wochen als ein braver Kerl handle, dem es leid iſt um Vieles, ſo wird mir unſer Herrgott vielleicht meine Sünden vergeben, weil ich's zuletzt doch beſſer gemacht habe! Wenn er mich denn auch nicht mehr lange han⸗ tieren läßt!“
„Euch können noch lange, glückliche Jahre voll nütz⸗ licher Thätigkeit beſchieden ſein, lieber Freund“, entgegnete Lippach.
„Ich glaub's nicht, Herr Pfarrer!“ war Kaspar's Ant⸗ wort, indem er den Kopf ſchüttelte.„Ich weiß, daß ich auf glatten Wegen wandle, und der Krug geht ſo lange zu Waſſer, bis er bricht!“
„Mögen Eure Vorſicht und Geſchicklichkeit Euch ſchützen! Ich erſtaune oft darüber, was Ihr Alles möglich macht, wohin Ihr ungefährdet geht, was für Nachrichten Ihr ein⸗ ſammelt!“
„Nun, täppiſch dreinſchlagen“, antwortete Kaspar lächelnd und ſtolz auf das Lob, das ihm geſpendet wurde,„macht den Reiter nicht allein! Das kann jeder Dorfflegel; der Ochs mit den Hörnern kann gerad' darauf losrennen. Aber ein ordentlicher Soldat muß ſich auch auf die Schleich⸗ patrouille verſtehen!“
„Ihr verſteht Euch darauf! Allein wie Ihr Alles an⸗ fangt, das begreife ich nicht! Seid nur nicht allzu ver⸗ wegen!“
„Man muß die Augen und die Ohren aufthun, das iſt die ganze Kunſt“, erwiderte Kaspar lachend;„und eine Spürnaſe muß man haben wie ein Schweißhund, um zu wittern, was man nicht ſehen noch hören kann.“


