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noch bewahrt wurden. Kaspar mochte begegnen, welchem Feldhauptmann oder Oberſten er wollte, ſie konnten nicht wiſſen, ob er von dieſem oder jenem Regiment ſei. Außer⸗ dem hatte er Geſichtszüge und Haltung ſo weit verſtellt als möglich. Ein Auge und eine tiefe Narbe über die Stirn und linke Backe, die ihn ſogleich verrathen haben würde, bedeckte er mit einem ſchwarzen Pflaſter und einer Binde, als ſei er friſch verwundet. Jeden Tag verſtellte er ſeine Züge auf irgend eine andere Art und änderte ſeine Klei⸗ dung. Bald trug eine alte polniſche Mütze mit verbliche⸗ nen Troddeln; bald ging er in einem hohen ſpaniſchen Hut mit breiter Krämpe, die ſein halbes Geſicht beſchattete; bald trug er einen Helm mit Viſir, unter dem er gar nicht zu erkennen war. Heut hatte er einen kleinen, grauen, zer⸗ riſſenen Mantel über das Lederkoller geworfen, morgen hüllte er ſich in einen weiten, grünen, mit ſtattlichen Bor⸗ ten ein, den er einem ſpaniſchen Hauptmann auf dem Schlachtfelde abgenommen. So war er jeden Tag, jede Stunde ein Anderer, und leiſtete unter dieſen Verkappungen den verborgenen Bewohnern des Hauſes wichtige Dienſte, indem er Alles, was in der Stadt vorging, und ſelbſt Dinge, die nicht gerade öffentlich verhandelt wurden, mit großer Gewandtheit erkundete. Er verließ das Haus ſtets vor Tagesanbruch und kehrte immer erſt bei völliger Dunkel⸗ heit zurück, damit Niemand ihn dort aus⸗ und eingehen ſah.
Indem er eines Morgens fort wollte, begegnete ihm Lippach, welcher eben aus der Frühbetſtunde kam.
„Schon ſo zeitig wollt Ihr fort, lieber Schwarz?“ redete dieſer ihn an;„Ihr müht Euch allzu ſehr ab und ſetzt Euch doch vielleicht zu großer Gefahr aus!“
Kaspar lüftete grüßend den breitkrämpigen ſpaniſchen Hut, den er heut auf hatte, und antwortete treuherzig:


