Teil eines Werkes 
4. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Ueunzehntes Capitel.

Wenn rohe, gänzlich verwilderte, aber doch im innern Kern tüchtige Naturen eine ſolche Umwandlung erfahren, ſo geſchieht es mit einer Gewaltſamkeit, die ſie in ihrem ganzen Weſen erſchüttert, aufreibt, vernichtet, aber neu gebiert. So war es mit Kaspar Schwarz. Sein Um⸗ wenden und Abſpringen von einem Herrn, von einer Sache zur andern, hatte ihn im Innern wenig angefochten; es waren freilich die erſten Anzeichen ſeiner nach einem andren Ziel durchbrechenden Seele. Allein ſie hatten bis jetzt nur ſeinen Lebenslauf nach außen hin anders gewendet. Hier aber geſchah eine Umwandlung ſeines ganzen Innern. Die übermächtige Gewalt der Fügungen des Himmels, durch welche die Irrwege ſeines Thuns und Treibens ſo wunderbar ineinander verſchlungen, verknüpft und gelöſt wurden, hatte ihn durch und durch erſchüttert. Er empfand Gottes ſicht⸗ barliches Walten, er fühlte, daß ein Auge dort oben alle Pfade des Erdenlebens überwache, und daß Keiner ſeinen eignen Weg gehe, ſondern den, welchen eine höhere Hand ihn leitet. Dieſe neu gewonnene Erkenntniß durchdrang ihn bis ins innerſte Mark. Sie war ein Blitzſtrahl, der ihn getroffen, ſein altes Daſein in Aſche gelegt und ihm ein neues flammend entzündet hatte. Er warf ſich nieder, in demüthiger Zerknirſchung vor einem Weſen über ihm; ſvor einem Richter, dem nichts verborgen ſei, und welcher Ver⸗ antwortung fordere, auch für die geheimſten Regungen der Bruſt. Mit einem zermalmenden Gewicht fiel dieſer Ge⸗ danke der Verantwortlichkeit auf ſeine Seele. Dennoch durch⸗