Teil eines Werkes 
4. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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erkannte auch ihren Verfolger aus der Herberge bei Linz, wie er ſelbſt in ſeiner Geiſter⸗ und Gewiſſensangſt ſie ſchon zuvor erkannt hatte. Das Wunder dieſer Fügungen in der Verflechtung der Lebensgeſchicke berührte ſie mit ehrfurchts⸗ vollem Schauer vor dem Walten Gottes. Dieſe Begegnung, an ſolcher Stelle, in ſolcher Zeit, war ihr ein Zeichen, daß der Himmel ihre Schritte leite; ſie fühlte ſich mit neuem, unerſchütterlichem Vertrauen erfüllt.

Fürchte nichts, ſagte ſie mit ſanfter Hoheit,dir iſt vergeben! Des Allmächtigen Wunder verkünden ſich auf Erden, auch wenn er keine Geiſter aus den Gräbern ſteigen läßt! Ich lebe! Und dabei reichte ſie ihm die Hand und hieß ihn aufſtehen.

Kaspar Schwarz wußte nicht, ob er wache oder träume. Er rieb ſich die Stirn, betaſtete ſich und geberdete ſich wie Einer, der an ſeinen Sinnen zweifelt.Mir geht's im Gehirn um, als wäre ich verrückt! Iſt denn das Alles wahr und wirklich, was ich hier erlebe? Keinen Strohhalm gab ich mehr für mein Leben, die giftige Beſtie, der Za⸗ loska, hatte mich ja ſchon bei der Kehle!

Zaloska! rief Thereſe halb erſtarrend. Jetzt wußte ſie, welche Erinnerung der Ausruf des Fliehenden in ihr geweckt hatte.

Ja, rief Schwarz,und Ihr mußtet mich retten Ihr, das iſt ja um des Teufels zu werden! Nein, nein, nein man möchte weinen und beten!

Betet! ſagte Thereſe feierlich.

Ja wahrhaftig, ich will Buße thun und beten, beten! brach der wilde Menſch halbweinend aus, ſank auf die Knie und flehte aus tief erſchüttertem Herzen:Gott ſei mir ar⸗ mem Sünder gnädig!