Teil eines Werkes 
4. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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zwei Geſtalten, die am Boden miteinander rangen, und von denen wilde zerriſſene Laute ertönten, die durch den Sturm halb verſchlungen, halb weiter getragen wurden. Der eine der Männer wälzte und ſträubte ſich, am Boden liegend, unter halb erſticktem Hülfsgeſchrei gegen den andern, der, kniend über ihn gebeugt, ihn vollends ermorden zu wollen ſchien. Eine dunkle Schreckensahnung ergriff ſie! Wenn hier wiederum eine gräßliche Gewaltthat an einem unglück⸗ lichen Verwundeten verübt wurde? Es konnte ihr Vater, konnte Xaver ſein! Dieſer Gedanke gab ihr einen ſchnellen Entſchluß ein. Sie trat aus dem Gebüſch und ſchritt, die Leuchte unter dem Mantel, haſtig leiſe vorwärts. Den Ringenden, die ſie in ihrem erbitterten Kampfe nicht be⸗ merkten, auf wenige Schritte nahe gekommen, hob ſie plötz⸗ lich das Licht hoch empor, ſodaß der helle Schein auf beide zugleich ſtrahlte. Sie ſtießen einen Schrei aus und fuhren ſchnell auseinander; der Eine ſprang auf.

Jeſus Maria! rief er;ein Geſpenſt! und ſtürzte in blinder Flucht fort ins Feld.

Die Stimme traf ihr Ohr mit ſeltſam erinnerndem Klang. Doch ehe ſie darüber nachſinnen konnte, hörte ſie auch den Unterlegenen.

Uf! ſtöhnte er, als ob ihm ein Felſen von der Bruſt gewälzt ſei, ſuchte ſich aufzuraffen, blieb aber auf den Knien liegen mit grauend vorgeſtreckten Händen, unbeweglich wie ein Erzbild Thereſens Erſcheinung anſtarrend.Wer biſt du? rief er endlich mit zuſammengerafftem Muth, doch von Grauſen geſchüttelt.

Thereſe that einen Schritt vorwärts.

Alle guten Geiſter loben ihren Meiſter! ſchrie er laut auf und faltete die Hände.Biſt du ein Geſpenſt oder lebſt du? 3