Teil eines Werkes 
4. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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auf den Kreis der Gewaffneten, die ſich um ſie geſammelt hatten und ihrem Geſpräch zuhörten.

Wir flehen nur um Gnade! antwortete Thereſe im Tone zerknirſchter Schmach.Ich ſuche die Todten auf!

Und ich die Lebenden, um mich mit ihnen dem Tode zu weihen, mich unter dieſen Mauern zu begraben! rief der Jüngling und warf ſich ſtolz empor.

Das zermalmende Rad der Vernichtung hältſt du nicht auf es zerſchmettert dich nur, ſagte Thereſe aus tief⸗ ſtem Innern ihrer ſchmerzzerriſſenen Bruſt.Der Strom des Schreckens reißt Alles hinweg, folge deinem Vater und rette deine Kraft für künftige Tage! Ich muß dort⸗ hin! ſie deutete nach dem Schlachtfelde.Leb' wohl!

Schmerzüberwältigt, ſtumm zog Thurn ſie noch einmal ans Herz; ſie drückte lange ihr Antlitz an ſeine Bruſt, dann ſagte ſie noch einmal mit gebrochener Stimme: Leb' wohl!

Sie wandte ſich und verfolgte ihren Weg. Alles wich ehrerbietig vor ihr.

Thurn zog das Schwert.Nein, rief er,ich will nicht flüchten! Iſt Prag, iſt Böhmen nicht zu retten, ſo fechte ich für meines Namens Rettung! Schaart euch um mich! wandte er ſich den Kriegern zu, die ihn umdrängten und unter denen er viele der Tapferſten von ſeinen eigenen Fahnen erkannte, die ſich vom Schlachtfelde gerettet.Sind wir gleich überwunden, ſo wollen wir doch nicht feige Flüchtlinge ſein, ſondern uns tapfer mit dem Schwert in der Hand den Rückzug bahnen! Wer will dieſer Fahne folgen! Er riß die Feldbinde ab, ſchlang ſie um die Spitze ſeines Schwertes und hob ſie hoch empor.

Wir Alle! erſcholl der jauchzende Ruf der Krieger

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