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Dieſe richtete ſich auf.„Nein, mein Vater!“ rief ſie mit zuſammengeraffter Kraft.„Trenne uns nicht! Meine Seele hat überwunden, ſie wird meinem Körper Kraft geben!“
„Trenne dich nicht von uns“, flehte auch Eliſabeth, und klammerte ſich feſt an ihn.
Lippach trat tief erſchüttert zu ihm.„Ihr ſollt Freude und Leid gemeinſam tragen, gebietet der Herr“, ſagte er ſanft.
„Alles ertrage ich“, flehte Thekla,„nur jetzt nicht die Trennung von dir! Sie wäre mein Tod!“
Thurn ſtand unſchlüſſig.
„Alle die wir lieben“, weinte Eliſabeth und hing ſich feſt an Thurn,„ſind verſchlungen von dem finſtren Abgrund der Schlacht. Du biſt der Einzige, der uns bleibt! Von dir ſollten wir uns trennen, jetzt— nein Thurn, das iſt unmöglich!“
Thekla hatte ſich von ihrem Lager erhoben und umwand den Vater mit ihren Armen.
„So bleibt denn bei mir“, ſagte Thurn überwunden und ſchloß die Theuren in unauflöslicher Umarmung an ſich.
Lippach erhob die Hände und ſagte fromm:„Gottes Segen mit euch!“
Thereſe ſtand allein, ſtumm.
„Du trennſt dich nicht von uns“, wandte ſich Eliſabeth mit warmem Wort zu ihr und faßte ihre Hand.
„Ich muß!“ antwortete ſie mild, aber feſt, indem ſie ihre Hand ſanft aus der der Gräfin zurückzog.„Die Pflicht, die euch hinwegführt, hält mich hier.— Ich habe eine Schickung zu erfüllen“, ſagte ſie edel emporgerichtet, „die keine menſchliche Hand ändert. Der Ewige wird


