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Thurn machte eine Bewegung mit der Hand, als wolle er ſagen:„Fragt mich nicht weiter!“
Der Pfarrer verſuchte ein tröſtendes Wort.„Wir dürfen hoffen“, ſagte er fromm vertrauend,„daß Gott ſeine Hand rettend über ihn gebreitet hat. Auch über un⸗ ſere andren Freunde, deren Loos uns noch dunkel iſt“, fügte er mit einem Blick auf Thereſe hinzu.
Thurn trat an ſie heran, nahm ihre Hand und ſagte: „Ja, das hoffen wir auch von Xaver und Wolodna!“ Da war es als ob der Klang dieſer theuren Namen das Eis des Grauens um ihre Bruſt mit warmem Sonnenſtrahl ſchmelze. Sie brach in einen Strom von Thränen aus, beugte ſich auf Thurn's dargereichte Hand und küßte ſie mit heißem, innigem Kuß.
„Und wären ſie nicht mehr unter den Lebenden, meinſt du, daß ich ſie nicht im Tiefſten beneidete!“ preßte ihm der Schmerz das bittre Wort aus.
„Was ſind wir und unſer kleiner Schmerz“, ſagte Thereſe ſich edel wieder aufrichtend,„gegen das unermeßliche Unheil, das über Alle hereinbricht!— Weh' uns, daß unſer Auge dorthin nur eine furchtbare Nacht ſchaut!“
——„Es wird uns nicht Muße gegönnt für unſeren Schmerz“, begann Thurn nach einigen Augenblicken, deren Todesſtille nur durch die leiſen Laute des Weinens unter⸗ brochen wurde.„Wir werden auf die Bahn der That vorwärts gedrängt.— Meine Eliſabeth“, ſagte er, ihre beiden Hände ſanft faſſend,„wir müſſen abſchließen mit Dem, was geſchehen iſt; nur das Dunkel der Zukunft iſt unſer! Dem, was wir bisher das Unſere nannten, hat ſichdie Gruft geöffnet. Ein Vaterland, eine Wohnſtätte haben wir gehabt; hoffen wir, daß uns eine neue auf⸗ nimmt.“


