Teil eines Werkes 
4. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Mein Sohn! brach Eliſabeth laut weinend aus. Mein theurer Sohn, in der Blüte ſeiner Jugend. das offenſte, liebreichſte, edelſte Herz..

Thekla erhob die Arme gegen ihre Mutter, als wollte ſie ſagen:Suche Troſt an meinem Herzen, und gib mir Troſt!

Thurn ſtand mit verſchränkten Armen und blict zu Boden.

Alle vermuthen, daß er gefangen iſt, ſagte er mähſum, indem er Eliſabeth's Hand faßte.Wir werden ihn wie⸗ derſehen!

Wiederſehen, ſagte die Gräfin mit ſüßem Ton, und ihr hoffendes Auge lächelte durch Thränen aufwärts.

In Thekla's angſtvollem, mitleidflehendem Blick ſchwebte eine Frage. Das Mutterauge las ſie.

Und.... der Prinz? fragte Eliſabeth zögernd. Gerüchte ſagten uns....

Er trägt die ſchönſte Ruhmeskrone dieſes Unheiltages, unterbrach ſie Thurn und raffte ſeine ganze Mannheit zu⸗ ſammen.Hätten Alle gefochten wie er und Heinrich, wir lägen jetzt auf den Knien in unſeren Kirchen und jauchzten Dank gen Himmel für das gerettete Vaterland!

Ein ſeliger Lichtblick glänzte verklärend in Thekla's Auge; doch ängſtlich bange hing es ſogleich wieder an der Lippe des Vaters, ob er weitere Kunde geben werde.

Der Fürſt Anhalt, fuhr er mit gepreßter Stinme fort,hat wegen der Auswechſelung anfragen laſſen, doch im Heer Maximilian's weiß man von keinem gefan⸗ genen Prinzen!

Ach! tönte ein beklommener Schmerzensruf aus Thekla's Bruſt.

Eliſabeth umfing zärtlich ihr zurückſinkendes Kind.

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