Teil eines Werkes 
4. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Herr Graf.... begann der Pfarrer mit erſchüt⸗ terter Stimme, aber ſie verſagte ihm wieder, von der Wallung ſeiner Seele überwältigt.

Thurn reichte ihm die Hand mit ſtummem Druck. Er wandte ſich um zu Thereſen. Sie hatte die Hand von der Stirn herabſinken laſſen, und ihr Auge, zuvor in dunkler Glut emporgerichtet, war jetzt zu Boden geſenkt; eine Thräne rann leiſe über ihre marmorbleiche Wange.

Thereſe, ſagte Thurn erſchüttert,deine ſtumme Lippe fragt mich nach deinem Gatten, deinem Vater! Frage den dort oben! Sein Sturm hat Alles verweht wir wiſſen nichts, wir ahnen nur, wir hoffen nur! b

Es leuchtete in Thereſens dunklen Augen wie ein Schimmer des Jenſeits.Ich frage nicht, ſagte ſie mit tiefer Wehmuth, aber doch mit frommer Faſſung.Gottes Hauch gibt Antwort bevor wir fragen! Sein Sturm brauſet dahin, über unſerm Haupt; ſeine gnadenvollen Sterne wandeln über den Stürmen. Seine Hand ſchlägt uns, ſie kann uns aufrichten. Wir vollenden unſer Schickſal. Geſegnet ſei der Allwaltende! 2

Es war als ob ein höherer Geiſt dieſe Worte über ihre kaum bewegten Lippen hauchte. Sie drangen in die Bruſt Aller, ſie erhoben das Herz zur Kraft des Erduldens.

Du bringſt uns keine Kunde von den Unſrigen, Thurn? fragte nach einer langen Stille die Gräfin Eli⸗ ſabeth mit bebendem Laut.

Nur was ihr wiſſet, oder fürchtet, beſtätigt ſich, ant⸗ wortete Thurn mit einer Stimme, in der die Erſchütterung die gewaltſam errungene Beherrſchung durchzitterte.Heinrich hat ſeines Namens würdig gekämpft; ich ſprach viele Reiter ſeines zerſprengten Regiments. Sie haben ihn noch im dich⸗ teſten Handgemenge geſehen, umringt von Feinden....

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