4
———
9
Linz aus werden die Unſrigen unter Herzog Maximilian und Boucquoi vorrücken.“
„Sie ſind bereits ehegeſtern nach Böhmen aufgebrochen“, fiel Thyßka ein,„gerade als ich durch Linz kam, rückte Herzog Maximilian aus.“
„Ehegeſtern; alſo am 21. Auguſt; ſo können ſie jetzt ſchon die Grenze überſchritten haben. Dieſe drei Gewitter ziehen gegen König Friedrich heran“, ſagte Lamormain auf⸗ ſtehend, ſehr ernſt, aber ſehr ruhig.„Bedenke ich nun, was er uns entgegenſtellen kann, bedenke ich der Böhmen Unluſt, Zwieſpalt und Leichtſinn, halte ich ihres Königs Thatkraft, ſeinen leichtfertigen Sinn, der von einer Luſt zur andern taumelt, ſeinen unſchlüſſigen Wankelmuth und dünkelhaften Hochmuth, gegen unſeres allergnädigſten Kaiſers frommen Eifer, muthigen Entſchluß und raſtloſe That: ſo werdet Ihr mich, trotz meiner Vorſicht in Allem, doch wol nicht leichtfertig nennen, Pater Thyßka, wenn ich annehme, dieſes Jahr müſſe der böhmiſchen Hydra das Haupt zertreten! Der Tag der Vergeltung iſt da! Wir müſſen ſchon jetzt darauf denken, wie wir ſie üben, daß die Schuldigen uns nicht entrinnen. Glaubt mir, dazu iſt in dieſem Augenblick größere Vorſicht nöthig, als ſonſt irgendwo. Die Einen können ſchon jetzt die Gier nicht zähmen, über die Beute herzufallen; die Andern werden ſchwaches Mitleid, ſträfliche Nachſicht geltend machen wollen. Dagegen müſſen alſo auch wir ſchon jetzt arbeiten, müſſen ſorgliche Vorbereitungen treffen! Wer uns entflieht, dies müſſen wir bedenken, kann aufs neue wider uns aufſtehen! Das iſt's, was mich jetzt am meiſten beſchäftigÄt. Für den Sieg unſerer Sache habe ich zuvor gearbeitet; nunmehr denke ich darauf, wie wir ihn nützen müſſen, ſoweit irgend unſer Arm reicht!“
18†


