und uns zwiſchen alle Stühle nieder! Das wäre ein herr⸗ licher Handel! Ich denke aber es wird anders kommen“,
ſagte er mit Nachdruck und ſein Auge blitzte ſcharf.„Der
Tag der Vergeltung wird erſcheinen! Wenn wir mit des
Kurfürſten Hülfe erſt die böhmiſchen Ketzer dahin gebracht
haben, daß ſie vor unſeren Fußſohlen um Erbarmen wimmern, ſo haben wir's in der Gewalt, ihre Fäuſte zu zwingen, uns die ſächſiſchen und die andern knebeln zu helfen!“
Thyßka wiegte ſtumm den Kopf.
„Heut mag“, fuhr Lamormain fort, und ſtrich ſich das
Kinn,„Herr Hofpaſtor Hoe von Hoenegg in Dresden
ſeinem Kurfürſten einen Lobpſalm ſingen, daß er die calvi⸗ niſttiſchen Antichriſten vertilgen hilft; dann iſt es aber auch billig, etwas für Herrn Hofpaſtor Abraham Schulz zu thun, damit auch er ein Danklied anſtimmen könne für die Aus⸗ rottung des lutheriſchen Baalsdienſtes!“
„So vernichtet des Herrn Weisheit die Abtrünnigen
durch ihren eignen Wahnwitz“, ſagte Thyßka und gab ſeine.
volle Zuſtimmung durch dieſen Ausruf kund; nur einen ganz kleinen Gedanken behielt er in ſich zurück, für den ihm der mächtige Beichtvater des Kaiſer Ferdinand keinen ſonder⸗
lichen Dank zugewendet haben würde. Er dachte nämlich:
„Pater Lamormain hat ſehr Recht gegen den Paſtor
Secultetus, der Pater Lämmermann aber könnte dem Paſtor Schalz wol etwas nachſehen!“ 5
„Werft einmal einen Blick mit mir auf die Karte“,
begann Lamormain von neuem und nahm dieſelbe von ſeinem Arbeitstiſch.„Ich denke der böhmiſche Pſeudokönig wird einen etwas harten Stand haben. Hier unten in der Pfalz iſt vielleicht ſchon heut Spinola mit achtundzwanzig⸗
tauſend Spaniern eingerückt. In der Lauſitz ſteht Friedrich's Unionsgenoſſe mit innſehnianſand Mann, und hier, von
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