7
ſollen wir es überhaupt unterſuchen, ob Neid auf die böh⸗ miſche Krone, oder auf den Vorſitz in der heiligen Union, oder der fromme Ingrimm auf den calviniſtiſchen Moloch⸗ Anbeter den guten Herrn treibt! Oder ob der vorgehaltene leckere Biſſen ihn ſo hitzig macht, daß er mit beiden Kinn⸗ backen in den Angelhaken beißt! Die Lauſitz iſt ein hüb⸗ ſches Grenzländchen, ein fettes Speckſchnittchen— flugs ſitzt das Mäuslein in der Falle!“
„Unbegreiflich!“ rief Thyßka aus,„daß die Herren ſo ganz verblendet ſind in ihrer eigenen Sache!“
„Weil jeder nur ſeine eigene darin ſieht, keiner die allgemeine“, antwortete Lamormain.„Rechnet Ihr heraus, guter Thyßka, ob es treuloſer oder verkehrter iſt, daß Einer uns hilft den Andern bezwingen, damit er uns nachher allein gegenüberſtehe; mir iſt's zu ſpitz. Aber wahr iſt's, und das iſt die Hauptſache! Und der Herr Kurfürſt von Sachſen meint wirklich die Lauſitz zu behalten, nachdem wir mit ſeiner Hülfe dem Herrn Kurfürſten von der Pfalz Böhmen wieder abgenommen haben!“
„Er meint, ſo gut wie Oberöſterreich dem Herzog Maxi⸗ milian für die Kriegskoſten verpfändet iſt....“
„Verpfändet! Ja!“ fiel Lamormain ein,„doch wir werden ſchon finden, womit wir das Pfand auslöſen. Der Herr Johann Georg leiht uns vielleicht ſelbſt einige Gulden dazu!“ ſpottete er bitter.„Es würde ein ſtattliches habs⸗ burgiſches Reich abgeben, wenn wir am Ende des böhmi⸗ ſchen Krieges alle Länder verpfändet und abgetreten hätten, Oeſterreich an Baiern, die Lauſitz an Herrn Johann Georg, Ungarn an Bethlen Gabor, Steiermark an Venedig für Subſidien, vielleicht Böhmen an Spanien, was ſchon ein halbes Verſprechen hat.... Den Herrn König Friedrich ſetzten wir dann wohlbehalten wieder in ſeine Pfalz ein,


