halten können— und müſſen“, ſetzte er hinzu,„denn wir werden ſie noch ſpäter brauchen.“
„Was meinen geringen Antheil anbetrifft, Hochwürdig⸗ ſter“, ſagte Thyßka ſchmiegſam,„ſo will ich jede Kraft daran ſetzen, die Erfüllung unſerer Verſprechungen möglich zu machen.“
„Sehr gut! Bruder Thyßtal Eifer und Anſtrengung bis zum letzten Augenblick! Noch einige Monate, und ich denke, wird ſind am Ziel!“
„So ſchnell hoffen Ew. Hochwürden?“ feadie Thyßka aufhorchend.
„Ich denke, ja. Ihr wißt, ich verliere nicht Muth und Vertrauen, wenn es ſehr übel ſteht, und bleibe vorſichtig, wenn Alles gut zu ſtehen ſcheint. Doch habe ich die Zu⸗ verſicht“, fuhr er mit finſter gezogenen Brauen fort,„daß die böhmiſchen Geſchichtsbücher vom Jahre 1621 von keinem Könige Friedrich mehr zu erzählen haben werden. Wir ſind jetzo im Erntemond, im Auguſt; der November, ſpä⸗ teſtens December, muß unſer Erntemonat ſein. Es iſt auch übergenug mit einem Jahre dieſer ketzeriſchen Uſurpation; ein Jahr reift die Ernte.... der Ver⸗ geltung!“
Thyßka ſchwieg, aber ſah Lamormain ſtaunend an.
„Ich kann Euch, verzeiht mir das, lieber Bruder in Chriſto“, fuhr Lamormain heitrer fort,„nicht wohl hier ſitzen ſehen, ohne ein wenig zu lächeln. Wißt Ihr, wie Ihr vor zwei Jahren, nach dem prager Tumult, hier ſaßet? Ihr hattet alle Hoffnung verloren! Ihr meintet, es ſei nun ein für allemal zu Ende mit unſerm Orden in Böhmen! Seht Ihr nun wie ſich das Blatt gewendet hat? Vielleicht könnt Ihr ſchon Eure Neujahrspredigt wieder im Dom zu Prag halten!“


