„Er ſoll mir willkommen ſein.“ Lamormain trat an den Arbeitstiſch, that raſch einige Papiere und Briefe in verſchiedene Schubfächer, ſchloß dieſelben ſorgfältig und ging dann zur Thür, um den Riegel zurückzuziehen.
Thyßka trat ein.
„Seid mir gegrüßt, theurer Bruder in Chriſto“, empfing ihn Lamormain und reichte ihm die Hand entgegen: „Endlich wieder hier! Nun, Ihr habt von Euch hören laſſen; viel Wackres geſchafft, lieber Thyßka, viel Wackres! Ihr kommt gerade von Regensburg?“
„Ich war zuvor noch einige Tage in München, Hochwürdigſter, um Dr. Klesheim und Pater Enſebius zu ſprechen.“
„Sehr gut! Man muß Niemand vernachläſſigen, auch wenn die Angelegenheiten gut gehen!“
„Und ſie gehen gut, denke ich“, erwiderte Thyßka, „wiewol noch Manches zu thun übrig bleibt!“
„Vieles!“ berichtigte Lamormain;„ein Schritt vom Ziel iſt immer noch ein unerreichtes Ziel! Wir dürfen ja nicht in den Fehler unſerer Gegner verfallen und Alles abgethan glauben, weil wir neun Zehntheile gethan! Die Böhmen hatten ſchon mehr erreicht gegen uns, und mehr als wir jetzt gegen ſie! Und dennoch! Ich lobe es ſehr, daß Ihr nach München gegangen ſeid. Aber ſetzt Euch, ich bitte. Ich habe gerade rechte Muße Alles mit Euch zu beſprechen. Was ſagten denn die Herren in München?“
„Sie ſind unſer mit Leib und Leben.... auf die ver⸗ abredeten Bedingungen, verſteht ſich!“ antwortete Thyßka.
„Ja wol! Auf die freilich am meiſten, welche ſie ſelbſt betreffen!“ ſagte Lamormain ſpöttiſch.„Was die für den Herzog Maximilian anlangt, ſo würden ſie nach⸗ ſichtiger gegen uns ſein. Indeß, wir werden Allen Wort


