Teil eines Werkes 
3. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Auch Xaver iſt hier, ſagte Thereſe mit thränen⸗ glänzenden Augen über ihn gebeugt.Auch der Graf Thurn!

Der Vater wird eine unbeſchreibliche Freude haben, Euch wiederzuſehen, lieber Wolodna, ſagte Thekla mit herzlichem Tone.

Der Herr Graf iſt hier? ſagte Wolodna freudig. O, gnädigſte Gräfin, wandte er ſich zu Eliſabeth,dann ſprecht ein Wort für mich zu ihm. Die Reiter dort unten waren meine Retter, ſie möchten in des Grafen Dienſte treten, verwendet Euch für ſie für mich, daß er ſie nicht zurückweiſe!

Gewiß, gern, antwortete Eliſabeth;aber erzählt doch, Wolodna. Was hielt Euch ſo lange ab? Wie ſeid Ihr gerettet?

Wolodna wollte eben berichten, als die Gräfin, die das Auge nach den Reitern und ſomit nach den Fenſtern ge⸗ wendet hatte, äugſtlich ausrief:

Mein Gott, was iſt denn das? Seht doch, wie die Leute unruhig laufen! Sie eilen nach dem Hradſchin hinauf!

Was kann das ſein? fragte auch Thella ängſtlich. Ach, welch eine Zeit iſt das! Jeden Augenblick droht ein Unheil!

Alle traten ans Fenſter. Es ließ ſich jenes ſchauerliche Geräuſch hören, welches aus einer unruhigen Menge hervor⸗ geht; dumpfes Brauſen verworrener Stimmen, einzelne hef⸗ tige Ausrufe, der Schall haſtiger Schritte.

Das muß etwas ſehr Eigenthümliches ſein, und wie es ſcheint, nichts Erfreuliches, ſagte Wolodna.

Ein Diener öffnete haſtig die Thür und trat beſtürzt ein. Um Gottes willen, gnädigſte Frau Gräfin, rief er,