Teil eines Werkes 
3. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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lichen Glanzes willen, ſondern zum Schutz der heiligen Re⸗ ligion auf Ihro Haupt genommen....

Gewiß, das habe ich, unterbrach ihn der König, doch ich habe gelobt, den Glauben aller chriſtlichen Be⸗ kenntniſſe in dieſem Lande unangetaſtet zu laſſen und zu ſchützen!

Wo der Glaube aber Unglaube wird, fuhr Scul⸗ tetus mit Salbung fort,wo er Sünde und Gottesläſterung wird, ſoll er auch da beſchützt werden? Und wenn wir Andere ich will es nicht loben unbekehrt im Irrthum wandeln laſſen, ſollen wir ſelbſt den Weg der Verirrung gehen? Soll dem Könige des Landes und Denen, die mit ihm in der reinen Lehre wandeln, kein Tempel geöffnet ſein, wo ſie den Herrn anbeten können im Geiſte und in der Wahrheit? Ohne ſchwere Verſündigung wider unſeren ge⸗ läuterten Glauben, durch Greuel des Bilderdienſtes, ja durch wahrhaft heidniſchen Götzendienſt! Hätte der Herr darum ſo hohe Wunder gethan, für uns Alle, da er Ew. Ma⸗ jeſtät berief zum Hort des Glaubens, daß er ſein eigenes Gotteshaus entweihet ſehen ſollte! Za, ja, der Allmäch⸗ tige hat Wunder für uns gethan. Oder iſt es nicht ein Wunder, daß in dieſem Königreich, wo man mit frevelnder Vermeſſenheit Alles zu vernichten, zu unterdrücken trachtete, was nur nach dem heiligen Evangelio ſchmeckte, daß über und wider vieler Menſchen Gedenken der freie Lauf dem Evangelio wiedergegeben worden? Iſt das nicht ein Wun⸗ der über alle Wunder, daß wir einen evangeliſchen König in Böhmen haben?*)

O, gewiß, gewiß! pflichtete der König bei und erhob ſeinen Blick gen Himmel. Die Königin faltete die Hände.

*) Hiſtoriſch.