Teil eines Werkes 
3. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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richtig empfangen, halten ſich an den Bewohnern ſchadlos das Landvolk iſt bedrückt durch Plünderung und Mis⸗ handlung von unſerem eignen Heer....

Genug, genug! rief Friedrich, der immer finſtrer blickte.Davon hat mir Fürſt Chriſtian ſchon hinlänglich erzählt. Das ſind Alles die Entſchuldigungen Thurn's und Mansfeld's, weil es unter ihrer Führung mit dem Kriege nicht vorwärts will. Es iſt wol eher den Truppen der Sold einige Monate rückſtändig geweſen. Dürfen ſie darum wie die Räuber hauſen? Wenn der Führer das gehörige An⸗ ſehen und Einſehen hätte, ſo würde Alles beſſer gehen!

Die Thür des Nebengemachs öffnete ſich. Die Kö⸗ nigin trat halb ein.O, lieber Friedrich, wenn du etwas Zeit hätteſt! Es ſind ſo viele Dinge zu beſprechen!

Auf der Stelle, meine Eliſabeth, antwortete der Kö⸗ nig.Ich muß jetzt abbrechen, Rippell. Wenn etwas zur Unterſchrift iſt, legt mir's morgen vor.

Ew. Majeſtät, es ſind einige dringend eilige Sa⸗ chen, bat Rippell.

Nun, Nachmittag denn! antwortete Friedrich eilfertig und ging hinein zur Königin.

Rippell legte ſeufzend ſeine Actenſtücke zuſammen.

Camerarius ſchüttelte den Kopf.Ich fürchte, ich fürchte, ſagte er,unſer Herr ſieht die Lage der Dinge anders als wir, und ſehr anders als ſie iſt!

Ich fürchte es nicht mehr, ich weiß es ſeit langer Zeit, antwortete Rippell.Gott ſchütze ihn!

Stumm verließen die beiden Rathgeber das Vortrags⸗ zimmer.

Die Königin hatte ihren Gemahl abgerufen, weil Scul⸗ tetus mit dem ganzen Arſenal ſeiner geiſtlichen Waffen auf ſie 11**