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„Nein, Rippell!“ unterbrach ihn Friedrich heftig.„Das iſt nicht wahr! Und es iſt nicht Eure Angelegenheit. In Glaubensſachen habe ich Scultetus zu hören.“
„Eben des Herrn Hofpredigers übergroßer Eifer....“
„Blaſt Ihr auch hier in dieſes Horn wie zu Heidel⸗ berg?— Zum Schutz des reinen chriſtlichen Glaubens, zur Befeſtigung und Fortpflanzung deſſelben habe ich dieſes auf meinem Haupte ſchwer laſtende Königthum übernommen. Soll ich jetzt dem göttlichen Auftrage untreu werden?“
„Geſtatten mir Ew. Majeſtät ein Wort“, begann Ca⸗ merarius, da Rippell ſchmerzvoll ſchwieg.„Die Böhmen haben die Hoffnung gehegt, daß Ew. Majeſtät ihren Glau⸗ ben beſchützen würden.“
„Und thue ich das nicht? Lege ich ihnen Zwang auf?“ ſagte der König heftig.„Aber in meiner Hofkirche kann ich doch nicht Bilderdienſt treiben? Es ſind auch nur die Katholiken, welche klagen oder die Kläger anſtiften aus Mis⸗ gunſt gegen mich. Ich weiß das beſſer!“
„Vergeben Ew. Majeſtät. Auch die Eoangeliſchen, die Utraquiſten“, ſagte Rippell mit Kummer.„Es geht mir ſo nahe, daß Ew. Majeſtät die Liebe dieſer neuen Unter⸗ thanen einbüßen ſollten....“
„Ihre Liebe einbüßen!“ rief der König und eine dunkle Röthe färbte ſeine Wangen.„Ihr geht etwas weit, Rip⸗ pell! Eurem Alter geſtatte ich manches dreiſte Wort, aber Ihr ſolltet Euch ſelbſt mäßigen!“ Er ging einigemal un⸗ ruhig im Zimmer auf und nieder; Rippell ſchwieg.—— „Und wenn ich die Liebe abtrünniger Unterthanen verlieren müßte! Sollte ich deshalb mein Gewiſſen belaſten?—— Was habt Ihr ſonſt zum Vortrag?“
Rippell nahm ein anderes Actenheft.„Die Noth im Volke iſt groß;— die Kriegsleute, die ihren Sold nicht
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