Teil eines Werkes 
3. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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fragte Friedrich unangenehm berührt.Läßt ſich das nicht in der Kanzlei ohne weiteres abthun?

Ich halte es für Pflicht, Ew. Majeſtät ſelbſt gewiſſen⸗ haft die Beweiſe darzulegen, daß die Stimmung in dieſem Lande während Ew. Majeſtät Abweſenheit ſich nicht ſehr günſtig gezeigt hat.

Stimmung und immer Stimmung! Wie kann ich auch darauf Rückſicht nehmen, rief der König verdrießlich.Und wie kann man wiſſen, was wirklich die Stimmung iſt? Ein⸗ zelne klagen ſtets. Wenn in Böhmen eine ſchlechte Mei⸗ nung herrſcht, ſo iſt das ſchlechte Kriegsglück Thurn's die Haupturſache. Und da hat das Volk nicht Unrecht. Ich habe aber ſchon geſtern Abend von dem Fürſten von An⸗ halt genug über dieſe ſchlechte Stimmung gehört.

Was ich Ew. Majeſtät zu berichten hätte, gehört nicht dahin, wandte Rippell ein.

Und das wäre? Ein wenig raſch, lieber Rippell.

Der Rath überwand den Eindruck von Schmerz und Sorge, welchen ihm dieſe Worte machen mußten, und ſagte, indem er ein Actenſtück in die Hand nahm:Dieſe Schrift⸗ ſtücke hier enthalten ſämmtlich dringende Bitten und Vor⸗ ſtellungen, auch herbe Klagen, wie ich pflichtmäßig ſagen muß, über Beſchränkungen und Kränkungen in Glaubens⸗ ſachen!

Wie, Rippell? Das können wol nur unſere Feinde, die Römiſch⸗Katholiſchen ſein, die aus verleumderiſchen Ab⸗ ſichten ſolche Klagen erheben! rief der König unmuthig.

Geruhen Ew. Majeſtät zu verzeihen, es ſind auch viele Andere; Utraquiſten, Evangeliſche. Ich darf es Ew. Majeſtät nicht verſchweigen, die Böhmen finden ſich in der Ausübung ihres Glaubens beſchränkt, verletzt.... es iſt das eine ganz allgemeine Klage!