Teil eines Werkes 
3. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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würdiger Herr; ich habe mich ſchon nach Eurem Rath und Beiſtand geſehnt.

Scultetus beugte ſich zum Kuß auf Friedrich's Hand und ſprach:Heil meinem gnädigſten König, Heil dem Haupt⸗ pfeiler der chriſtlichen Kirche, der, ein zweiter Carolus Magnus, berufen iſt, Ungläubige und Abtrünnige zu bekehren.

Scultetus' Begrüßung ließ den König nur zu einem leichtenGuten Morgen für den redlichen Rippell kommen.

Da viele Acten auf dem Arbeitstiſch lagen, fragte er zu ihm und Camerarius gewandt:Es wird wol Vieles vorzutragen ſein?

Die Räthe bejahten es.

Das wird lange Zeit koſten, ſagte Friedrich etwas verdrießlich.Herr Hofprediger, die Königin verlangt nach Euch. Tretet inzwiſchen zu Ihrer Majeſtät ein; ich werde ſobald als möglich nachkommen.

Scultetus ging durch die Thür, aus welcher der König. gekommen war, nach den Wohngemächern der Königin Eli⸗ ſabeth hinüber.

Nun, Camerarius? Ihr habt ſchon ſo viel vorge⸗ funden? fragte Friedrich und deutete auf die Acctenſtöße.

Ich nicht, Majeſtät! Es ſind faſt Alles Vortrags⸗ ſachen des Raths Rippell.

Nur das Wichtigſte, was während Ew. Majeſtät Ab⸗ weſenheit...., begann Rippell.

So laßt es heut beim Wichtigſten unter dem Wichtig ſten bewenden! Ich habe nicht viel Zeit!

Rippell bekämpfte ſeine Trauer über des Königs Un⸗ geduld in oft ſo überaus wichtigen Geſchäften.Es ſind

hauptſächlich Bitt⸗ und Beſchwerdeſchriften eingegangen, begann er. Beſchwerden und immer Beſchwerden? Und worüber?