Teil eines Werkes 
3. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Der Krieg iſt allerdings ein ſchweres Unheil, ſagte Rippell halb vor ſich hin.

Doch Scultetus brach in Eifer aus:O, die mit Blind⸗ heit Geſchlagenen! Sehen ſie denn nicht, daß der römiſche Erzfeind ſeine Tücke gegen ſie Alle richtet! Daß ſie jetzt die Gelegenheit ergreifen müſſen, ſeiner Malochäherrſchaſt ein Ende zu machen?

Es wurde ihnen ſo warm und klar als möglich dar⸗ gelegte fuhr Camerarius fort,daß unſeres Herrn Sache auch die ihrige ſei! Daß, wenn ſie ſich auch durch Theil⸗ nahmloſigkeit heut Ruhe bewahrten, morgen die Reihe des Kampfes an ſie und deſto gefährlicher kommen werde. Allein zum Angriff zu ſchreiten hatte Niemand Luſt, nur zur Ver⸗ theidigung wollten ſie ſich rüſten, wenn der Krieg ins Reich geſpielt werde. Vorzugsweiſe die Städte und Kurſachſen waren dieſer Anſicht.

O, das treuloſe Sachſen! rief Scultetus aus.Aber ich weiß wohl, wer dort die Drachenſaat ſtreut! Das iſt das Gift des ſtarren Lutherthums, das ich faſt noch mehr ſcheue und verabſcheue als den römiſchen Antichriſt ſelbſt! Das iſt der unſaubere Geiſt des Apoſtels der Finſterniß, dieſes lutheriſchen Zeloten, Hoe von Hohenegg, der den Kurfürſten Herrn Georgen ganz in ſeinen Banden gefangen hält. Hat er doch in ſeinem frevlen Muthe ausgerufen: «Es ſei ein Greuel, daß ein ſo herrliches Land wie Böh⸗ men dem Calvinismus in den Rachen geworfen werde, gleichwie dem Baalsgötzen!»*)

Der Kurfürſt von Sachſen iſt unſerem allergnädigſten Herrn allerdings nicht ſehr gewogen, bemerkte Rippell kopf⸗ ſchüliennd. ,0 daß der geiſtliche Uebereifer ſo großen Scha⸗

*) Hiſtoriſch.

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