Vierunddreißigſtes Capitel.
Die Räthe Ludwig Camerarius und Leander Rip⸗ pell harrten nebſt dem Hofprediger Abraham Scultetus im Empfangszimmer des Königs Friedrich von Böhmen auf dem Hradſchin. Der König war Tags zuvor mit Ca⸗ merarius aus Nürnberg zurückgekehrt, wo die Fürſten der proteſtantiſchen Union nebſt den Vertretern der proteſtanti⸗ ſchen Städte verſammelt geweſen waren, um die Angelegen⸗ heiten Friedrich's und ihre gemeinſamen zu berathen, und woſelbſt Friedrich, unterſtützt von einem Abgeſandten ſeines Schwiegervaters, König Jakob's des Erſten von England, Alles in Bewegung ſetzte, um die proteſtantiſchen Kräfte Deutſchlands für ſeine Sache in Bewegung zu ſetzen. Die Nachrichten, welche über dieſe Verſammlung nach Prag gekommen, waren nicht die günſtigſten geweſen.
Scultetus war daher eifrig mit Camerarius im Ge⸗ ſpräch darüber. Rippell in ſeiner redlichen Treue für Fried⸗ rich hörte mit tief erregter Theilnahme an, was Camerarius berichtete.
„Meines Bedünkens“, ſagte dieſer,„wollten ſie Alle vor⸗ züglich ihre eigene Ruhe und Sicherheit. Für das Ganze möchte Niemand recht die Hand ans Schwert legen!
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