Teil eines Werkes 
3. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Aber mit dem ganzen Glück der Ueberraſchung und dem warmen Freudengefühl der Jugend grüßte er hinauf und ſenkte dreimal ſeinen Degen vor den Frauen.

Einen ſo trefflichen jungen Herrn, ſo muthig und rit⸗ terlich wie den Prinzen Chriſtian gibt es nicht mehr in der ganzen Welt, ſagte Volkmar. Er ahnte nicht, mit welchem unſchätzbaren Geſchenk er Thekla durch dieſes Wort beglückte! Ihr Herz jauchzte innerlich und ihr Auge blitzte in einer Thräne. Würden im Leben nur ſo glückſelige geweint!

Die Aufmerkſamkeit des Volks wandte ſich jetzt auf einen reichgekleideten Ritter und deſſen Roß, der zunächſt im Zuge folgte. Das edle, aber fremdartige Thier hatte ſo wunder⸗ volle Mähnen, daß ſie auf beiden Seiten bis faſt zur Erde reichten. Alles blickte den noch ganz jungen, fröhlich keck umherblickenden Reiter an.

Das iſt der Herzog Ludwig Philipp, der Pfalz⸗ graf, Bruder Sr. Hoheit des Kurfürſten, erklärte Volkmar der ihn fragend anblickenden Gräfin.

Der Bruder unſeres Königs! ſagte ſie mit dem Aus⸗ druck der Theilnahme.

Der Jubel, welcher unmittelbar dem kurfürſtlichen Paare galt, das Wehen der Tücher aus den Fenſtern, war immer näher und näher gerückt. Jetzt ſtieg ein lauter Ausbruch der Freude ringsum in die Lüfte. Der Kurfürſt wurde ſichtbar! Alle Hüte und Baretts wurden geſchwenkt; das Volk drängte ſo herbei, daß faſt das Spalier der bewaff⸗ neten Bürger durchbrochen wurde. Auf einem ſchneeweißen Schimmel mit goldener Zäumung, hellblauer, ſilbergeränder⸗ ter Schabracke, ritt der fürſtliche Herr, in edler, freier Hal⸗ tung. Freude und Güte ſtrahlte von ſeinem Antlitz; er

grüßte ringsumher, den Gruß mit dem Wink der Hand be⸗ gleitend. Der Jubelruf:Es lebe Friedrich der Fünfte!