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uer, welche ſeit Jahr und Tag die Verwaltung des Landes
unter ſo ſchwerer Verantwortlichkeit und Sorge übernommen und nur ernſte Züge, tiefgefurchte Stirnen gezeigt hatten, blicken heut freudig umher, und grüßten hinauf zu den Frauen, das Antlitz voll ſtrahlenden Glücks.
Wiederum kamen mehrere glänzende Ritter zu Pferde; zunächſt Herzog Friedrich Magnus zu Würtemberg und der ſchleſiſche Herzog zu Münzenberg, die ſich der Sache Friedrich's eng angeſchloſſen hatten. Ein Dritter war etwas hinter ihnen und durch ſie gedeckt; doch ſah man, daß ſein muthiges Pferd einige wilde Sprünge machte und endlich ſteil aufbäumte, ſodaß dem Reiter die Gefahr drohte, ſich mit dem Roß zu überſchlagen. In dieſem Augenblick wurde er durch das Vorbeireiten der Andern völlig ſichtbar.
„Gott! der Prinz Chriſtian!“ rief Thekla erblaſſend, mit unterdrückter Stimme, und bebte zurück. Doch ſchon hatte das Pferd ſich unter dem ſichern Reiter, der ihm den Hals ſtreichelte, wieder geſenkt, und mit der Gefahr wich die Leichenbläſſe von Thekla's Wangen und ſie überhauch⸗ ten ſich mit dem dunkelſten Purpur. Nur der Blick der Mutter ſah durch dieſes Wechſelſpiel der Farben bis tief in ihr Herz.
Volkmar ſagte arglos auf ihren Ausruf:„Ganz recht, es iſt der junge Prinz Chriſtian von Anhalt!“
Thekla ſcheute ſich zu dem Prinzen hinzublicken, und doch zog es ſie unwiderſtehlich dazu. Eliſabeth ſagte, ihr mit feinem Sinn über die Beklemmung hinweghelfend, freund⸗ lich:„Sieh, der Prinz reitet Heinrich's Pferd!“
Jetzt hatte auch der Prinz Chriſtian die Gräfin und Thekla erkannt. Ein Glanz der Freude, als werde er von einer Sonne angeſtrahlt, überflog ſein Angeſicht. Er mußte ſich zuſammenfaſſen, um einen Ausruf zu unterdrücken.


