Es lebe der Kurfürſt! Es lebe der König!“ erſcholl in unendlicher Wiederholung.
„Er reitet ganz allein“, bemerkte Thekla;„das iſt gut, ſo kann er mit Niemand verwechſelt werden.“
Eine ziemliche Strecke hinter ihm erſt folgte eine An⸗ zahl Trabanten und Lakaien zu Pferde, mit abgenomme⸗ nen Hüten. Nach dieſen kam die Kurfürſtin in einer Prachtcarroſſe, mit acht Schimmeln beſpannt, welche ab⸗ wechſelnd blaue oder rothe Decken mit Silber, um die pfälziſchen oder böhmiſchen Farben zu bezeichnen, trugen. Die Kutſcher und Lakaien hatten violette Sammetröcke, mit Gold und Silber geſtickt. Das Angeſicht der Fürſtin, welches man zwiſchen den innern und äußern Vorhängen des Wagens, die gleichfalls von Gold⸗ und Silberſtickereien blitzten, wahrnahm, zeigte den lieblichſten Ausdruck. Sie lächelte mit roſigem Munde; ihr ſchönes blaues Auge glich einem Spiegel des Frühlingshimmels. Das goldige Blond ihrer Locken umwallte den weißen Nacken; um die Stirn wand ſich ein leichter Bund von blauer Seide, mit Perlen geſtickt und mit leuchtenden Juwelen beſetzt, in der Form zwiſchen Diadem und Krone. Das hellblaue Sammetkleid war mit weißem Hermelinpelz verbrämt und mit Silber geſtickt. Sie glich einer Schönheit aus den Feenmärchen in ihrer holdſeligen Anmuth und dem Zauber der reichen Tracht.
Als man ſie zuerſt gewahrte, trat ein Augenblick ver⸗ ehrender, beklommener Stille ein; Alles blickte ſie mit Rüh⸗ rung an. Dann aber brach der Jubel mit verdoppelter Gewalt aus. Die Herzen jauchzten mit! Es war ein be⸗ ſeligender Rauſch der Freude!— O daß ihr nie, nie davon erwacht wäret!——
Alle Glocken hallten jetzt von dem Thurm der Schloß⸗


