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wehenden Fähnlein der erſten Reiter; die ſchwarze Maſſe wurde dichter und dichter, wälzte ſich näher und näher; in den Fenſtern wurde es lebendiger, Kopf an Kopf drängte ſich, die Tücher wehten; lauter Ruf erfüllte die Lüfte, über⸗ tönte die Glocken. Kein Auge hielt den Strom der freudi⸗ gen Thränen zurück!
Die reiſige Bürgerſchaft aus den drei Städten, der alten und neuen Stadt Prag und der Kleinſeite, ritt hinter dem Corps der Muſik, an der Spitze des Zuges; lauter ſtattliche Männer und ſtattliche Roſſe. Sie trugen ſchwarze Leibröcke mit Gold verbrämt, breite Wehrgehenke und die Führer weiße und rothe breite Schärpen von der Schulter bis zur Hüfte. Viele grüßten freundlich nach den Fenſtern auf beiden Seiten, weil ſie die herabſchauenden Frauen erkannten. Dieſem Reiterzuge folgte eine Abtheilung zu Fuß.
„Sind das pfälzer Leute?“ fragte Wolodna, zu Volkmar gewandt, da er die fremdartigen Trachten und Waffen ſah.
„Es iſt die Leibgarde zu Fuß des Kurfürſten“, antwor⸗ tete dieſer.„Der Führer mit dem Helmbuſch von weißen und kleinen Federn iſt der Hauptmann von Wonßheimb.— Dort kommt der Fürſt Chriſtian von Anhalt!“ rief er lebhaft und zeigte nach einem ſtattlichen Reiter auf prächti⸗ gem Rappen, der eben ſichtbar wurde.
Bei dieſem Namen ſchreckte Thekla freudig zuſammen und ein hohes Erröthen überflog ihre Wangen; doch als ſie den Blick dahin wandte, ſah ſie ſich getäuſcht, denn es war der Vater, der Statthalter des Kurfürſten zu Amberg und ſein und der proteſtantiſchen Unionsfürſten oberſter Feldherr. Er ſaß ſtolz zu Pferd; die reiferen Jahre hat⸗ ten ihm noch nichts von ſeiner Ritterlichkeit genommen. Den Degen ſenkend und das Haupt halb vorbeugend, grüßte er freundlich und ruhig zur Linken und zur Rechten, wäh⸗


