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Eine Stunde etwa verging in Erwartung und Geſpräch. Da trat Wolodna ein. Er hatte den ganzen Vormittag auf der Gaſſe zugebracht und war bis zum Stern hinaus geweſen. Er fragte die Gräfin, ob er ihr einen jungen Mann heraufführen dürfe, welcher alle Perſonen am pfälzi⸗ ſchen Hofe, und überhaupt Alle, die am Zuge theilnehmen würden, genau kenne, auch von den jüngſt getroffenen Ein⸗ richtungen ganz genau unterrichtet ſei. Es war ein in der Kanzlei des Raths Camerarius angeſtellter junger Menſch, Namens Volkmar, den Wolodna zufällig auf ſeinem Wege getroffen hatte. Da der Kurfürſt von Waldſaſſen aus nur ganz kurze Tagereiſen machte und am Einzugstage nur von Schlan kam, war ein Theil ſeiner Umgebungen ſchon ſeit zwei Tagen in Prag. Dazu gehörte ein Theil des Kanzleiperſonals, bei welchem der junge Volkmar ſich be⸗ fand; er hatte den Auftrag gehabt, die Schreibſtube dafür in Prag einzurichten und die mitgebrachten Actenſtücke dort zu ordnen. Bei dieſer Gelegenheit waren ihm auch die ſämmtlichen für den Einzug, ſowol von Seiten der Böhmen als von Seiten des Kurfürſten getroffenen ſchriftlichen An⸗ ordnungen zugekommen, ſodaß er darin genau Beſcheid wußte.
Das Erbieten war daher den Frauen ſehr willkommen. Wolodna holte den jungen Mann herauf; die Gräſin Eliſa⸗ beth empfing ihn nach ihrer milden Weiſe ſehr freundlich. Doch machten die Vornehmheit der Damen, der Glanz der Umgebung, ſein Fremdſein in der prachtvollen Stadt, ſelbſt die abweichende Mundart, in der er ſprach, ihn anfangs ſo ſchüchtern, daß er kaum ein Wort hervorzubringen wußte und bei jeder Anfrage hoch erröthete. Eliſabeth hatte ihm indeſſen bald freundlich über dieſe Verlegenheit hinweg⸗ geholfen, und er gab ihr nunmehr vielfache Auskunft auf


