Teil eines Werkes 
3. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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gegen Heilige und Heiligenbilder. Das gehörte nicht dahin. Ueberhaupt, es war mir zu arg. Ich bin kein Papiſt; ich nehme das Abendmahl in beiderlei Geſtalt, mit vollem Glauben und von ganzem Herzen, und bete die Heiligen nicht an. Aber deswegen verehre ich ſie doch, da ſie fromm gewandelt ſind und gelitten haben, und Märtyrer gewor⸗ den ſind für die Kirche. Wenn ich ſie nicht anbete, ſoll ich ſie denn deshalb ſchmähen?

That er das? fragte Biela.

Und wie! Was ſollte das heißen? Er wird uns doch ihre Bilder und Bildſäulen nicht aus den Kirchen nehmen wollen? Und was hatte er davon zu reden bei dieſem feierlichen Anlaß und bei dieſem Bibeltert? Das gefiel mir nicht, ganz und gar nicht! Er ſchüttelte den Kopf..

Endete die Feierlichkeit mit dem Gottesdienſt? fragte die Gräfin.

Wir waren nachmals noch Alle zur Tafel bei dem Herrn Kurfürſten....

Schmetternder Trompetenklang ſchnitt ihm das Wort ab.

Da rücken ſchon die Kunſttrompeter und Pauker hin⸗ aus, ſagte Biela mit einem Blick durchs Fenſter.Jetzt, Freund, wird es hohe Zeit auch für uns; wir kommen ſonſt mit dem Wagen hinter dieſe, und könnten am Ende nicht durchs Gedränge.

Sie grüßten Beide und eilten hinaus, um ſich in die ſchon im Hofe haltende Staatskutſche zu ſetzen. Die in den Gemächern Anweſenden, welche, um die Erzählung von dem Empfange in Waldſaſſen zu hören, der fünf Tage zuvor dort ſtattgefunden, ihre Plätze verlaſſen und die Berichten⸗ den umſtanden hatten, kehrten jetzt wieder zu ihren Sitzen zurück.

Rellſtab, Drei Jahre. III. 2. 2