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Lehre mit Feuer zu vertilgen geſucht, ſo hätten unſere Väter es nicht mit Blut vertheidigen müſſen!“
„Wie traurig und wie unbegreiflich“, ſagte Eliſabeth, „daß die ſanfteſte Lehre, das heilige Wort der Liebe, zur Entflammung ſolcher Wildheit, ſolchen Haſſes, ſolcher Grau⸗ ſamkeit führen kann!“
Sie ſprach dieſe Worte leiſe, da außer ihnen noch Viele, beſonders edle böhmiſche Frauen ſich in dem Zimmer und der anſtoßenden Reihe von Gemächern befanden, welche von hier aus den Zug ſehen wollten. Das Geſpräch wurde überdies unterbrochen durch den eintretenden Wirth des Hauſes ſelbſt, des Ritters Friedrich von Biela. Er war in feſtlicher Kleidung und kam, wie er ſagte, um Ab⸗ ſchied zu nehmen von den Gäſten, indem auch er jetzt hin⸗ ausfahren mußte, um mit den übrigen Mitgliedern der Stände beim Empfang im Stern zu ſein.
„Ich ſprach ſoeben“, wendete er ſich erzählend zu den Anweſenden,„den Grafen Andreas Schlick; er hat mir das Genauere von dem Empfang unſeres jungen Königs zu Waldſaſſen erzählt. Alles iſt entzückt von ſeiner Leut⸗ ſeligkeit und von der holden Freundlichkeit der Königin!“
„Ich habe ſchon viel davon gehört“, nahm die Gräfin Thurn erwidernd das Wort.
„Pracht und Herzlichkeit“, fuhr Biela fort,„waren, was ſo ſelten iſt, dort innig verſchwiſtert. Die Schilderung hat mich mit freudiger Rührung ergriffen. Graf Schlick ſelbſt war noch ganz erfüllt von dem Erlebten.— Von Eger zogen die Abgeſandten mit dreihundert Pferden aus.*) Das Auserleſenſte von edlen Roſſen und präch⸗ tiger Ausſchmückung, was man ſeit Menſchengedenken geſehen.
*) Hiſtoriſch.


