Teil eines Werkes 
3. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Würden, was überhaupt nicht in ihrem Sinn lag, ſolange als möglich vermeiden. Doch wollte ſie bei dem großen vaterländiſchen Ereigniß, das ihre ganze Seele beſchäftigte, nicht fehlen.

Von den Fenſtern des Hauſes ließ ſich die Straße gegen das Thor hin zwar nur eine kurze Strecke über⸗ ſehen; man gewahrte alſo die Spitze des Zuges erſt, wenn er dicht heran war; doch folgen konnte ihm das Auge bei⸗ nahe bis zum Schloß.

Jetzt hatten die Bewegungen noch die umgekehrte Richtung, indem die einzelnen, zur Einholung beſtimmten Abtheilungen ihren Weg nach dem Thore zu nahmen. Auch dieſe boten ein lebenvolles Schauſpiel dar. So weit das Auge reichte, ſtrömten die bunten Volksmaſſen an der lan⸗ gen Linie der aufgeſtellten bewaffneten Bürgerſchaft hin⸗ unter. In der Mitte der Gaſſen war ein Raum freige⸗ laſſen für die Wagen⸗ und Reiterabtheilungen. In funfzig prächtigen Carroſſen, die bald einzeln, bald in Gruppen die Straße hinunter nach dem Thore rollten, fuhren die Stände dem Könige entgegen. Dazwiſchen kamen einzelne Trupps der berittenen Bürgerſchaft, die draußen am Stern ihren Sammelplatz hatten. Großes Aufſehen und ein freudiges Murmeln des Staunens erregte die Schaar von Männern in den Rüſtungen aus der Huſſitenzeit. Zu einem dich⸗ ten Trupp geſchloſſen, zog ſie gleichförmigen, ſchwer dröh⸗ nenden Schrittes in den düſtren Rüſtungen mit den mäch⸗ tigen Eiſenhelmen dahin. Die furchtbaren Dreſchflegel tru⸗ gen die Männer hoch im Arm. Es waren die angeſehen⸗ ſten Bürger Prags unter dieſen zum Scherz gewaffneten Streitern. Allein man hatte zugleich die kraftvollſten aus⸗ ſuchen müſſen, da Niemand mehr darauf geübt war, ſo ſchwere Kriegsrüſtungen zu tragen und ſich darin zu bewegen. Sie