b 6
10
ſchlug der eiſerne Gaſt ſein Viſir empor und ſah die Ge⸗ ſellſchaft mit lachendem Antlitz an.
„Jakob Steffeck“, riefen eine Menge Stimmen wie aus Einem Munde.
„Zum Teufel, was treibt Ihr für Mummenſchanz“, fragte einer der Gäſte.„Alſo darum haben wir den Wirth den ganzen Abend nicht geſehen?“
„Ich wollte den werthen Gäſten doch eine Probe geben von unſerm Aufzug“, ſagte der Weinwirth heiter.„So werden wir uns, eine ganze Mannſchaft, am Thor auf⸗ ſtellen. Herr Nikolas Diewiß dort wird uns anführen und dem gnädigſten Herrn Kurfürſten die Anrede halten!“
Eine Anzahl der Gäſte war inzwiſchen aufgeſtanden und umringte den ſo ſeltſam Gerüſteten neugierig.
„Was bedeutet denn das eigentlich?“ fragte Holoduk, der ſich die gerüſtete Geſtalt mit verwunderter Aufmerkſam⸗ keit angeſehen hatte,„der Mann ſieht ja aus als ob er von der Leibwache des Ziska wäre? Ich habe in meiner Jugend noch zu Zeiten alte Rüſtungen der Art geſehen!“
„Es iſt beinahe, wie Ihr ſagt, Hauptmann Holoduk“, antwortete ihm Wolodna.„Unter den vielerlei Veranſtal⸗ tungen zum Empfang des Herrn Kurfürſten iſt auch die, daß eine ganze Feldwacht in den Rüſtungen aus den Huſ⸗ ſitenzeiten am Reichsthor aufgeſtellt wird, die ihn mit dem Waffengruß aus alter Zeit empfangen ſoll.“*)
Während Wolodna ſeinen Gefährten dieſe Erklärung gab, mußte der Wirth des Hauſes ſeinen andern Gäſten die Art ſeiner Waffen und Rüſtzeug näher zeigen und ihren Urſprung und Gebrauch erläutern.**)„Das war die Pickel⸗
*) Hiſtoriſch. *) Hiſtoriſche Waffenſtücke, deren noch viele im prager Muſeum.
—
—


