Teil eines Werkes 
3. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Stephan Reubner! antwortete Tharradel mit einem leichten Anflug von Röthe auf ſeinen bleichen Wangen. Ja, das war ein treues Herz! ſetzte er mit einem Seufzer hinzu und die Bläſſe ſeines Angeſichts kehrte, ſo ſchien es, ſtärker zurück.

Wahrlich! bekräftigte Diewiß mit einem unruhigen Blick auf Tharradel.Das war ein wackrer Freund unſerer Sache! Laßt uns anſtoßen, Hauptmann Wolodna, auf Stephan Reubner! Ich danke ihm vielleicht das Leben!

Und er erzählte jetzt auf die begierige Anfrage Mehrerer, wie gewandt und keck Reubner ihn damals zuerſt in einen Verſteck und dann verkleidet aus Wien geſchafft, als ihm die Späher und Helfer Slawata's ſo hart auf der Spur waren. Die Erzählung war noch nicht zu Ende, als eine Geſtalt eintrat, die, ſowie ſie ſich in der Thür zeigte, Aller Blicke auf ſich zog.

Was Teufel iſt das? rief Hauptmann Holoduk.

Mitten in das Gemach ſchritt ein gewaltiger Mann in ſchwerer eiſerner Rüſtung; aber nicht in Waffen wie ſie üblich waren, ſondern in uralten, als ob ein Bote früherer Jahrhunderte einträte. Ein ſchwerer, eiſenſchwarzer Harniſſch, mit Roſtflecken und andern Spuren des Alters deckte die Bruſt; Schienen gleicher Art Arm und Schenkel. Den Kopf ein Helm, mit ſtarkem, geſchloſſenem Viſir. In der reechten Hand hatte der eiſerne Verkappte eine Art Lanze ohne Spitze, kurz, ſodaß ſie mit dem Schaft auf den Boden geſtellt, nur wenig über die Schulter hervorragte. Alles war in Erſtaunen über die unvermuthete, ſeltſame Er⸗ ſcheinung.

Nun? Wie gefall' ich euch? Kennt ihr mich? fragte eine tiefe männliche Stimme. Und gleich darauf 1 ½*½☚